An der Holzwand hängen stapelweise Din-A4-Zettel, Listen mit slowenischen Namen, mit Schreibmaschine getippt, einige mit Bezeichnungen wie „gefährlich“ versehen. Andreas Krištof deutet auf einen der Namen, Maria Krištof: „Das ist meine Großmutter. Sie wurde später gemeinsam mit ihren Töchtern deportiert“, erzählt der Kurator und Kunsthistoriker. Die Namen entstammen einer Studie aus dem Jahr 1938/39, in der die „Nationalslowenen“ in Kärntner Gemeinden identifiziert und aufgelistet wurden – und viele davon dann 1942 deportiert: „Nun weiß man deutlich mehr darüber, wie die Familien ausgesucht wurden“, sagt Krištof. Entdeckt hat die Studie übrigens Zeithistoriker Peter Pirker in der Universitätsbibliothek Innsbruck. Er kuratiert gemeinsam mit Krištof und Ina Sattlegger (beide vom Kollektiv Section.a) die große Ausstellung „Hinschaun! Poglejmo“, die sich ab heute im Landesmuseum mit Kärnten und dem Nationalsozialismus beschäftigt.
Ausstellung
Im kärnten.museum wird zum genauen „Hinschaun!“ geladen
Am 8. Mai eröffnet im Kärntner Landesmuseum die große Erinnerungsausstellung „Hinschaun! Poglejmo“, die sich mit Kärnten und dem Nationalsozialismus beschäftigt.
© Helmuth Weichselbraun