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AuszeichnungFranz-Grabner-Medienpreise wurden in Graz erstmalig vergeben

Im Rahmen der Diagonale wurden am Donnerstag erstmalig die Franz-Grabner-Preise für Dokumentarfilme mit humanistischer Haltung vergeben.

Franz Grabner (1955-2015): Namensgeber für einen erstmals vergebenen Preis © Utri
 

Die mit je 5.000 Euro dotierten Franz-Grabner-Preise in den Kategorien Kino- und Fernsehdoku wurden "Unten" von Djordje Cenic und Hermann Peseckas sowie der "Menschen und Mächte"-Produktion "Flucht in die Freiheit" von Andreas Pfeifer und Andreas Novak zugesprochen.

Prämiert wird mit dem 2016 im Andenken an den ORF-Journalisten Franz Grabner (1955-2015) ausgerufenen Preis ein "im ethischen und moralischen Sinne verantwortungsvoller und glaubwürdiger Umgang der Filmschaffenden mit ihrem Medium". Als "Plädoyer für möglichst diverse Blicke auf diese eine, unsere Welt" sei die Auszeichnung "zurzeit dringlicher als je zuvor", so die Festival-Intendanten Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber in einer Aussendung.

Autobiographische Zeitreise

In "Unten" unternimmt Djordje Cenic, Sohn einer Gastarbeiterfamilie, eine autobiografische Zeitreise in sein Heimatdorf im heutigen Kroatien und seine Kindheit in Linz. Der Film erzähle auf offene und lockere Art "vom Fremdsein und den Versuchen dazuzugehören, von Klassengegensätzen und dem Alltag einer jugoslawischen Arbeiterfamilie in Linz, von der Tragik der Kriege in Ex-Jugoslawien verbunden mit der Familiengeschichte, von politischen und persönlichen Zerrissenheiten", lobte die fünfköpfige Jury, der u.a. die Filmemacherin Karin Berger und die ARTE-Redakteurin Susanne Biermann angehören.

Preisträger: Cenic, Pfeifer und Novak Foto © Diagonale/ Miriam Raneburger

Mit "Menschen und Mächte - Flucht in die Freiheit" indes werde ein Fernsehfilm ausgezeichnet, der "in einer Zeit der brutalen Abschottung, einer fragwürdigen, sogenannten 'Grenzsicherung' und populistischer Rhetorik" ein "Statement gegen die Geschichtsvergessenheit, die sich in der aktuellen Diskussion über das Flüchtlingsthema manifestiert", darstellt. Die im vergangenen Oktober ausgestrahlte ORF-Dokumentation setzt sich anlässlich des 60. Jahrestags des Ungarnaufstands mit Erfahrungen und Grenzerfahrungen von Flucht und Flüchtlingshilfe auseinander.Die Preisträgerfilme werden am Sonntag, dem letzten Festivaltag, im Schubertkino ab 16 Uhr gezeigt.

 

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