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Heute bei der Diagonale"Fritze mit der Spritze": Ein Porträt über Boris Bukowski

Der Grazer Autor und Filmemacher Markus Mörth setzt der Fürstenfelder Austropop-Legende Boris Bukowski ein Denkmal.

Markus Mörth hat Austropop-Legende Boris Bukowski porträtiert © Diagonale
 

Vier Jahre lang hat Markus Mörth Boris Bukowski begleitet. Bei Konzerten, bei TV-Auftritten, im Studio, beim Tratschen mit früheren Bandkollegen, aber auch beim Spielen mit seinem Enkelkind.

„Fritze mit der Spritze“ heißt Mörths Dokumentation über die Fürstenfelder Austropop-Legende, die – entgegen dem Hit „Ich bin müde“ (1977) – auch mit 71 Jahren noch nicht die Lust daran verloren hat, sich auf aktuelle Musikströmungen einzulassen. „Seine Offenheit Neuem gegenüber war für mich ein Zugang zu Boris Bukowski“, sagt der Filmemacher, der schon als Kind in den 1980er-Jahren von Songs wie „Fritze mit der Spritze“ beeindruckt war.

Die vielen Seiten einer Austropop-Legende

So bedient Mörth mit seinem Film nur in der ersten Hälfte die Nostalgie-Schiene, lässt Bukowski mit noch immer leuchtenden Augen erzählen, wie er sein erstes Schlagzeug bekam (als Überraschungsgeschenk seiner Eltern) und es ihm eine Band abkaufen wollte, ihn dann aber als Drummer mit dazunehmen musste. Er zeigt Ausschnitte seiner Bands Musik Machine und Magic und lässt Weggefährten wie Schiffkowitz und Andi Beit zu Wort kommen.


Die zweite Hälfte zeigt eine andere Seite des Sängers – eine private, nachdenkliche, einen Bukowski, der einfach nicht loslassen kann von der Musik. „Durch ihn hat der Film später eine Eigenständigkeit bekommen“, sagt Mörth, der bewusst darauf verzichtet hat, eine kritische Distanz zu seinem Protagonisten einzunehmen.


Geboren wurde die Idee, dem „Kokain“-Interpreten ein Porträt in Spielfilmlänge zu widmen, am Rande der Doku „Austropop made in Styria“, die 2012 in Kooperation mit dem Rockarchiv Steiermark für den ORF entstanden ist: „Da habe ich Boris kennengelernt. Er ist mir sehr offen entgegengekommen und wir begannen erste Recherchedrehs“, erzählt Mörth, der mit David Reumüller vom Rockarchiv parallel an einer Doku über Magic arbeitet – die 1969 in Fürstenfeld gegründete Band war eine frühe Supergroup des Austropops.

Die Weltpremiere feiert „Fritze mit der Spritze“ heute bei der Diagonale, in Anwesenheit des Regisseurs und seines Hauptdarstellers. Auch andere Musiker aus Bukowskis Umfeld werden dabei sein. Und danach? „Wir möchten im Herbst eine kleine Tour durch steirische Programmkinos machen, mit anschließenden Gesprächen mit Bukowski“, sagt Mörth. Für ihn selbst war dieser „kleine Film eine Herzensangelegenheit“ zwischen zwei Spielfilmprojekten: Nach „Geschwister“, der 2016 auf der Diagonale lief, schreibt er derzeit an einem Drehbuch für eine Familiengeschichte.

Heute UCI Annenhof, 16 Uhr.

Kommentare (1)

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EvaSchnabl
0
1
Lesenswert?

Man mag ihn sehr!

👍🏻👏

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