„Nichts von nennenswertem künstlerischem Wert“: So abwertend hat Dmitri Schostakowitsch selbst sein 2. Klavierkonzert bezeichnet. Er habe damit lediglich „pädagogische Zwecke“ verfolgt, denn er wollte die Handgelenke seines damals 19-jährigen Sohnes Maxim schmieren, der es dann selbst uraufführte. Deswegen legte er den letzten Satz als wahnwitzigen Geläufigkeitsparcours an. Bei den Salzburger Festspielen hatte jedenfalls Alexander Melnikov als Solist im Großen Festspielhaus keinerlei Probleme, die enormen virtuosen Anforderungen zu bewältigen. Da perlten die Läufe und da herrschte größte Griffsicherheit. Dirigent Teodor Currentzis und das Utopia Orchestra wussten mit feinem Gespür auch das Zartbittere in dieser Musik zu erfassen, scheuten sich aber auch nicht vor Knalleffekten.