Johann Strauss‘ Operette „Der Zigeunerbaron“ ist ein Problemfall. Gar nicht so sehr wegen des längst als rassistische Fremdzuschreibung erkannten und deshalb verpönten Z-Worts und der biederen Romantisierung des Lebens am sozialen Rand. Vielmehr wegen der gründlichen Verherrlichung von Krieg und Vaterland, bei dem Johann Strauss und sein Librettist sich sehr weit von den satirischen Ursprüngen der Operette wegbewegt haben: Der „Zigeunerbaron“ ist sozusagen die Antithese zu den bissigen Militär-Klamotten eines Jacques Offenbach.