Er hat zu viel Geld und zu viel Zeit: Prinz Orlofsky lädt sich deshalb gerne Gäste ein und der zweite Akt von Johann Strauss‘ Operette „Fledermaus“, der diese von Alkohol und Eros angetriebene Festivität schildert, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Langeweile und Amüsement ein Zwillingspaar sind. Die „Villa Orlofsky“ ist im Volkstheater eine weiße Hüpfburg – eine mittlerweile doch recht abgewetzte Metapher, die in Theater und Kunst ein oder zweimal zu oft herhalten musste, um Querverbindungen zwischen Infantilität, Konsum, Gleichgültigkeit und Weltflucht herzustellen.
Volkstheater Wien / Straussjahr 25
„Fledermaus“ zwischen Gabalier und Götterdämmerung
Kritik.
Regisseur Paul-Georg Dittrich verhebt sich im Wiener Volkstheater ein wenig: „Villa Orlofsky“ ist eine etwas zwangsoriginelle, nur streckenweise spannende Überschreibung des zweiten Akts von Johann Strauss‘ „Fledermaus“.
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