„Als Regisseur hat man das Privileg, als Erster mitzuerleben, wie vor der Kamera ein Wunder entsteht“, sagte der Kultregisseur Pedro Almodóvar mit dem Goldenen Löwen in Händen über seinen Film „The Room Next Door“. Der 74-jährige zweifache Oscarpreisträger nahm den Hauptpreis des renommierten Festivals am Lido am Samstagabend entgegen und fügte hinzu: „Das ist mein erster Film auf Englisch, aber er hat eine spanische Seele.“ Dieser Film erzählt von zwei Freundinnen, tiefer Verbundenheit und der Tatsache, dass sie sich mit dem Sterben auseinandersetzen müssen. Denn die eine (Tilda Swinton) hat Krebs – im Endstadium. In seinem Film thematisiere er kein politisches, sondern ein „humanistisches“ Anliegen. Denn: „Wir müssen das Recht haben, zu leben. Aber auch das Recht, zu sterben, wenn das Leben unerträglich geworden ist. Der Film, den die Kritik nicht nur euphorisch aufnahm, hat also die neunköpfige Jury unter dem Vorsitz des französischen Schauspielstars Isabelle Huppert überzeugt. Die wiederum streute dem Kino ganz optimistisch Rosen: „Ich habe gute Nachrichten für Sie: Das Kino ist in großartiger Form.“