Rund drei Wochen vor der Bürgermeisterwahl in der knapp 4000 Einwohner zählenden Stadt Bleiburg/Pliberk am 25. Jänner hat der Wahlkampf nun auch im öffentlichen Raum Einzug gehalten. Nachdem der amtsführende Bürgermeister Daniel Wrießnig (ÖVP) und der langjährige Stadtrat Markus Trampusch (EL) dem erst kürzlich als Vizebürgermeister angelobten Dominik Stuck (SPÖ) lange Zeit das Feld überlassen hatten, stehen beziehungsweise hängen nun auch von ihnen Wahlplakate entlang der Bleiburger Straße.
Von einer Plakatflut wie etwa bei vergangenen Wahlen kann aber keine Rede sein, wohl auch deshalb, weil alle drei Bürgermeisterkandidaten neben dem digitalen Wahlkampf in den sozialen Medien vor allem auf den persönlichen Kontakt in der analogen Welt setzen. „Mein Ziel ist es, bis zur Wahl alle knapp 1800 Haushalte im Gemeindegebiet zu besuchen“, sagte Wrießnig in einem früheren Bericht. Der 47-Jährige von der mit zehn Mandaten stärksten ÖVP-Fraktion führt seit dem Tod von Bürgermeister Stefan Visotschnig (SPÖ) die Amtsgeschäfte.
„Foul“ zum Auftakt
Ähnlich hält es auch Trampusch von der vier Mandate starken EL, der erst jetzt nach Weihnachten in die „heiße Phase“ des Wahlkampfs startete. „Mein Hauptaugenmerk sind die Hausbesuche“, betonte der 62-Jährige bereits. Auch der 42-jährige Stuck, dessen SPÖ im Gemeinderat neun Mandate hat, zieht derzeit von Haustür zu Haustür. „Bei den Gesprächen notiere ich mir die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger“, gab er zu Protokoll. Die Kosten für ihre Werbemittel bezifferten die Kandidaten bereits mit vierstelligen Beträgen zwischen 3000 und 6000 Euro.
Inhaltlich angeheizt wurde der Wahlgang im November durch ein Facebookposting der ÖVP, in dem diese über den Kauf des Jufa-Areals durch den Schulgemeindeverband Völkermarkt samt Neubau-Plänen für die Mittelschule Bleiburg informierte. Das Vorgehen sorgte nicht nur bei der stellvertretenden Verbandsratsvorsitzenden, der SPÖ-Bürgermeisterin Elisabeth Lobnik aus Eisenkappel-Vellach für „Befremden“, die „Visotschnigs Vermächtnis“ (Visotschnig war Vorsitzender des Verbandsrats des Schulgemeindeverbandes) gefährdet sah, zumal damals der Kaufvertrag noch nicht einmal rechtsgültig war. Der in Bleiburg für Bildung zuständige Referent Trampusch warf Wrießnig daraufhin im seitdem ruhig verlaufenden Wahlkampf „ein Foul“ vor, der das wiederum in der Kleinen Zeitung als „Fehler“ einräumte.
Auch Vorwahltag fixiert
Wahlberechtigt sind in der Südkärntner Stadtgemeinde insgesamt 3367 Frauen und Männer ab 16 Jahren – darunter auch knapp 400 EU-Bürger. Diese können seit 2. Jänner mit der Wahlkarte während der Amtszeiten im Gemeindeamt ihren neuen Bürgermeister wählen. „Am 16. Jänner von 18 bis 20 Uhr findet außerdem der Vorwahltag im Stadtamt statt“, informiert der Bleiburger Stadtamtsleiter Gerhard Pikalo. Am Wahltag selbst werden im gesamten Gemeindegebiet fünf Wahllokale in der Zeit von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben.