In den kommenden Tagen wird den Bürgermeistern in den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg der aktuelle Radmasterplan vorgelegt, der die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur und die Förderung des Radverkehrs zum Ziel hat. Er beinhaltet unter anderem den Ausbau von Radwegen, die Errichtung oder Optimierung von Abstellplätzen oder Beschilderungen. Initiiert wurde der Radmasterplan mit Unterstützung des Landes Kärnten von der Tourismus Marketing GmbH Klopeiner See-Südkärnten-Lavanttal (KSL) mit Geschäftsführer Robert Karlhofer und der Rad-Lobby Kärnten mit Daniel Wuttej, Obmannstellvertreter und Leiter der Radlobby in Unterkärnten.

Twimberger Graben als Herausforderung

„Der Radmasterplan ist ein Konzept, das unter anderem die Nutzung der alten Bahntrasse über die Drau vorsieht sowie eine Basis darstellt, nationale und internationale Förderungen zu lukrieren. Es handelt sich dabei um ein Arbeitspapier, das noch nicht komplett ausgearbeitet ist und in dem auch Ideen gesammelt werden“, sagt Karlhofer. Einige Vorhaben sind allerdings bereits sehr konkret.

Im Bezirk Wolfsberg geht es einmal um die Anbindung des neuen Bahnhofes in St. Paul an den Ortskern. Hier verkehren derzeit nur Busse. Weitere Pläne umfassen einen Radweg entlang der aufgelassenen Bahnstrecke durch den Langenbergtunnel sowie eine Verbindung zwischen dem Murradweg und dem Lavanttal bis hinunter nach Lavamünd. „Hier stellt der Twimberger Graben eine besondere Herausforderung dar“, sagt Karlhofer.

Robert Karlhofer, Geschäftsführer von der Tourismusregion Klopeiner See-Südkärnten
Robert Karlhofer, Geschäftsführer von der Tourismusregion Klopeiner See-Südkärnten © KK/Südkärnten

Gefahrenpotential

Im Bezirk Völkermarkt denkt man an eine Anbindung des Klopeiner Sees an den Drauradweg und an eine Erweiterung des Radweges im Vellachtal an das Ortszentrum von Bad Eisenkappel/Železna kapla. Die Fahrbahn zwischen der Seidendorfer Brücke und Schreckendorf soll verlegt werden, parallel ist ein Radweg vorgesehen. Die kurvige Strecke, die über eine kleine einspurige Brücke führt, birgt immer wieder ein Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer.

Am Südufer des Klopeiner Sees soll ebenfalls ein Radweg entstehen. Ein wichtiges Thema ist darüber hinaus die Strecke über die alte Bahnbrücke zwischen Althofen und Stein. Die Querung wird seit dem Bau und der Nutzung der Koralmbahn nicht mehr benötigt und soll für Radfahrer adaptiert werden. „Die Brücke wird saniert und durch den Umbau gewissermaßen revitalisiert“, sagt Peter Plaimer, Geschäftsführer des Vereins „Regionalentwicklung Südkärnten“, der in die Gespräche ebenfalls involviert ist. Damit kommt es auch zu einer Anbindung an die Gemeinde Grafenstein. Die ehemalige Bahnlinie, auf der Radwege entstehen sollen, befindet sich ja im Besitz des Landes, das Finanzierung zugesagt hat. Die Erhaltung wird dann aber Aufgabe der Gemeinden sein.

Daniel Wuttej, Obmannstellvertreter und Leiter der Radlobby
Daniel Wuttej, Obmannstellvertreter und Leiter der Radlobby © KLZ / Petra Mörth

Förderungen

Für den Ausbau und die Neuerrichtung weiterer Radwege locken jetzt Förderungen der EU, des Bundes und des Landes. Hier müssen dann allerdings die Gemeinden durch entsprechende Beschlüsse in den Gemeinderatssitzungen selbst aktiv werden. „Über Förderungen kann man bis zu 50 Prozent der Kosten erhalten“, betont Wuttej. Für entsprechende Anträge sind Gemeinderatsbeschlüsse notwendig.

Seitens des Landes wurden für den Ausbau des Radwegenetzes in ganz Kärnten 2025 sechs Millionen Euro aus dem Straßenbaureferat und 1,5 Millionen Euro aus dem Tourismus- und Mobilitätsreferat zur Verfügung gestellt. Die Anträge müssen bis Ende Februar 2026 eingereicht werden. Ziel ist es, die Nutzung des Fahrrades nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische attraktiver zu gestalten.