Reisende zwischen den Bahnhöfen Klagenfurt und St. Paul müssen in den kommenden Wochen besondere Aufmerksamkeit auf die Fahrpläne legen. Denn ab sofort und bis zum 12. Juni führen die ÖBB auf dieser neuen Strecke der Koralmbahn Testfahrten durch – und zwar an unterschiedlichen Tagen und dann jeweils von 7.45 bis 15.15 Uhr. Zwischen dem Klagenfurter Hauptbahnhof und St. Paul wird zu diesen Zeiten für die S-Bahnen ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Vom Bahnhof in St. Paul nach Wolfsberg geht es dann jedoch mit dem Zug weiter. „Fahrgäste werden gebeten, sich vor Beginn einer Fahrt über Abweichungen unter der ÖBB-Scotty-App oder beim Kundenservice unter der Telefonnummer 05-1717 zu informieren. Auch Zeitreserven sind einzuplanen“, sagt Rosanna Zernatto-Peschel, ÖBB-Pressesprecherin für Kärnten und die Steiermark.
Erste Testfahrten
Der Grund ist der bevorstehende Betrieb der Koralmbahn am 14. Dezember. Dann soll die Fahrt zwischen Klagenfurt und Graz nur mehr 45 Minuten dauern. „Bis dahin heißt es jedoch testen, üben und einschulen“, sagt Zernatto-Peschel. Die meisten dieser Testfahrten finden mit einzelnen Loks und speziell präparierten Messwägen statt. „Sie sind mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, die Erschütterungen, Energieversorgung und Signalstärken genau erfassen. Dabei wird zunächst der Oberbau, also die Gleisanlagen, mit bis zu 160 km/h befahren. Danach wird stufenweise die Oberleitung getestet – mit bis zu 250 km/h.“ Die Test-und Messfahrten werden von speziell ausgebildeten Lokführern durchgeführt. Parallel dazu gibt es Schulungsfahrten für jene Lokführer, die künftig auf dieser Strecke unterwegs sind. Um den Schüler- und Pendlerverkehr so wenig wie möglich zu behindern, finden Tests auch an Wochenenden und Feiertagen statt. Für Fahrgäste besonders zu beachten ist, dass Busse naturgemäß langsamer unterwegs sind als Züge. So benötigt der Bus zum Beispiel für die Strecke von Klagenfurt nach Kühnsdorf rund 45 Minuten. Außerdem ist in Bussen die Mitnahme von Fahrrädern nicht möglich. Weitere Sperren der Bahnstrecke und ein Schienenersatzverkehr sind auch noch für die Zeit zwischen 15. und 29. August vorgesehen.
Halt am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See ?
Die Westbahn hingegen – zuletzt in Bezug auf einen möglichen Halt am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See ins Gespräch geraten, den die ÖBB derzeit nicht planen – führt auf dieser Strecke noch keine Testfahrten durch. „Unsere Doppelstock-Züge sind laufend im Einsatz und wir haben keine Reservegarnituren, die wir beispielsweise für Testfahrten einsetzen können“, erklärt Ademar Jatic vom Westbahnen-Management. „Zudem werden Züge, mit denen die Westbahn ab März 2026 auf der Südstrecke fahren wird, auch erst 2026 eingesetzt.“ Was einen Halt am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See angeht, so hat die Westbahn im März wirtschaftliche und betriebliche Prüfungen gestartet. „Unser Ziel ist es, das Potenzial der Koralmbahn im Sinne der Reisenden bestmöglich auszuschöpfen und wir werden neben den Halten, die bisher schon bekannt sind, noch weitere Haltepunkte integrieren. Sofern sich aus den Prüfungen ergibt, dass ein Halt in Kühnsdorf wirtschaftlich und betrieblich möglich ist, werden wir auch diesen einplanen“, sagt Jatic.