Schon 1985 sang die steirische Band "STS" über die Gefühlswelt der Gesellschaft, die "kalt und immer kälter" wurde. Daran hat sich bis heute offensichtlich nichts geändert. Ein Lied davon könnte auch eine Frau singen, die am gestrigen Montag ein Mädchen mit Down Syndrom zu einem Corona-Test in eine Villacher Apotheke begleitete.
Eine Augenzeugin erzählt: "Das Mädchen war unruhig, fühlte sich in der langen Menschenschlange nicht wohl, quengelte. Die Begleiterin bat in der Reihe vor ihr stehende Personen, sie vielleicht vorzulassen." Die Reaktionen erschütterten die Augenzeugin: "Unglaublich. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wurde von den Leuten in der Reihe energisch abgeblockt: ,Nein. Stellen Sie sich hinten an. Wir müssen alle warten.' Als ob es da pro Person auf zwei Minuten auf oder ab ankommt."
Die Begleiterin konnte das Mädchen nicht beruhigen und musste die Warteschlange ohne Test verlassen. "Im Vorbeigehen sagte sie noch, dass sie einen negativen Test für das Mädchen für ihr Heim in Feldkirchen benötigen würde. Ohne diesen wird sie nicht ins Heim gelassen. Sie hat es dann wohl bei einer anderen Teststation mit hoffentlich freundlicheren Menschen versucht."