Auf TikTok sorgen derzeit Videos von jungen Villacherinnen und Villachern für Diskussionen. Ihre Botschaft ist klar formuliert. In der Stadt sei für Jugendliche zu wenig los. Die Clips werden tausendfach angesehen und gelikt, auch in den Kommentaren melden sich viele mit ähnlichen Erfahrungen.

„Eigentlich sollte mein Leben kunterbunt sein“

In einem Video erklärt eine junge Frau aus Villach: „Es ist Samstagabend und ich lieg in meinem Bett und mir ist langweilig.“ Außer Fitnessstudio, arbeiten unter der Woche oder „ein bisschen spazieren gehen“ gebe es kaum Möglichkeiten mit Menschen in Kontakt zu treten. Dabei sei sie Mitte 20. „Eigentlich sollte mein Leben kunterbunt sein“. Zahlreiche Kommentare zeigen Zustimmung. Nutzer wünschen sich mehr Veranstaltungen und Treffpunkte. Wer am Freitag oder Samstag unterwegs sei, komme sich oft vor „wie in einer Geisterstadt“.

Ein zweites Video mit mehr als 1300 Likes zeigt zwei junge Villacher bei einer nächtlichen Autofahrt durch die Stadt. Ihr Kommentar: „Der Beweis dafür, dass in Villach absolut nichts los ist.“ Zu sehen sind weitgehend leere Straßen, „vielleicht zwei, drei Leute“. Auch unter diesem Video wird das Fehlen von Angeboten für Jüngere kritisiert.

Auch noch Jüngere wünschen sich mehr Platz

Aber auch abseits von Social Media wurden Forderungen von Jugendlichen formuliert. In einem Essay in der Kleinen Zeitung von drei Schülerinnen des Peraugymnasiums geht es um ähnliche Themen. Die Jugendlichen kritisieren, dass es für sie in Villach kaum geeignete Treffpunkte gäbe und deshalb oft im Einkaufszentrum Atrio landen würden, wo Konsum Mittelpunkt steht.

Cafés, Restaurants und Geschäfte fühlen sich für viele Jugendliche unpassend oder zu teuer an, während öffentliche, wetterfeste Räume fehlen. Dadurch verbringen viele ihre Freizeit notgedrungen zu Hause am Handy. Gefordert werden mehr jugendgerechte Orte in der Stadt, etwa Jugendcafés ohne Konsumzwang, Discoabende für unter 16-Jährige und bessere Nutzung leerstehender Geschäftslokale

Stadt hat bereits reagiert

Die Stadt reagierte bereits. Ende Februar gab es im Rathaus einen runden Tisch mit Bürgermeister Günther Albel (SPÖ), Stadtrat Christian Pober (ÖVP), Schulsprecherinnen und Schulsprechern, Gastronomie und Wirtschaftskammer. Besprochen wurde, welche Partys Jugendliche wollen, wo sie stattfinden könnten und zu welchen Zeiten. Die Eckpunkte seien geklärt, nun werde gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet.