Seit Jahrzehnten betreibt die Familie Pirmann einen Stand auf dem Benediktinermarkt in Klagenfurt, verkaufte dort Milchprodukte, Gemüse und Äpfel aus eigener Erzeugung. Vor allem der Topfen aus dem Hause Pirmann fand jeden Donnerstag reißenden Absatz. Am 30. April sind die Pirmanns allerdings zum letzten Mal am Markt vertreten. Maria und ihr Sohn Ferdinand Pirmann ziehen einen Schlussstrich unter die, nach eigenen Angaben, 60 Jahre lange Ära.

Eigentlich gehört Maria Pirmann zum Inventar des Benediktinermarktes in der Kärntner Landeshauptstadt. „Meine Mutter war 18 Jahre alt, als sie das erste Mal am Markt ihren Stand aufbaute“, weiß Sohn Ferdinand (56) zu berichten. Jeden Mittwoch traf die Landwirtin alle Vorbereitungen, um pünktlich um sechs Uhr mit ihrem Wagen und dem Hänger an Ort und Stelle zu sein. Seit 60 Jahren ist ihr Platz derselbe, seit 60 Jahren findet man Maria Pirmann und ihre Produkte vor dem Gasthaus Pumpe. Am Donnerstag allerdings zum letzten Mal. Zum einen ist es das Alter der mittlerweile 78-Jährigen, zum anderen sind es behördliche Auflagen, die für das Ende der wöchentlichen Marktbesuche sorgen.

Lob der Kundinnen und Kunden

Die Landwirtschaft der Pirmanns am Zwanzgerberg in der Gemeinde Ebenthal umfasst 25 Hektar. Auf dieser Fläche werden diverse Gemüsesorten – je nach Saison Erdäpfel, Karotten, rote Rüben oder Bohnen – und Obst angebaut. Bekannt wurden die Pirmanns vor allem durch ihren Topfen. „Dieser wird ohne Beigabe von Bakterien hergestellt“, erklärt Ferdinand Pirmann. Vorgeschrieben sei allerdings die Beigabe von spezifischen Milchsäurebakterien. Das würde man schmecken. „Nicht umsonst wird unser Topfen als einer der besten bezeichnet“, ist der 56-Jährige auf das Lob der Kundinnen und Kunden sichtlich stolz.

Mittlerweile hat Ferdinand Pirmann seinen Betrieb aus der Direktvermarktung abgemeldet, es gibt also keinen Ab-Hof-Verkauf. Die Landwirtschaft wird er auf Mutterkuhhaltung umstellen und die Bewirtschaftung seines Waldes in Angriff nehmen. Fehlen werden Mutter und Sohn vor allem die große Stammkundschaft und die Kollegen. „Viele sind im Laufe der Jahre zu Freunden geworden“, fällt ihnen der Abschied vom Marktleben sichtlich schwer.