Es war ein bewegender Moment beim 80. Villacher Kirchtag als der 77-jährige Hans Schett auf der Bühne am Hauptplatz die Trompete seines verstorbenen Sohnes an den bekannten Volksmusikanten Franz Posch übergab.

Wie kam es zu dem rührenden Moment? Hans Schett, gebürtiger Villacher, war in seiner Jugend selbst leidenschaftlicher Musiker. Seine Liebe zur Musik gab er an seinen Sohn Markus weiter. Bereits mit in jungen Jahren trat der talentierte Bub auf. 1977 kaufte der Vater für ihn in Bischofshofen eine Lechner-Trompete – um damals stolze 32.000 Schilling. „Das war viel Geld, aber bei seinem absoluten Gehör war klar, dass es das wert ist“, erzählt Schett. „Wenn Markus ein Musikstück gehört hat, hat er gleich die Noten dazu aufgeschrieben. Er war ein Naturtalent und hat die Musik und seine Trompete geliebt.“

Emotional wurde es auf der Bühne, als Franz Posch die Trompete des verstorbenen Sohnes von Hans Schett überreicht bekam. Er bedankte sich mit einer eigens komponierten „Markus-Polka“
Emotional wurde es auf der Bühne, als Franz Posch die Trompete des verstorbenen Sohnes von Hans Schett überreicht bekam. Er bedankte sich mit einer eigens komponierten „Markus-Polka“ © KK

Das Schicksal schlug unerbittlich zu

Markus Schett widmete sein Talent der Musik, bis das Schicksal tragisch zuschlug. Am 19. Dezember 2018 verunglückte er im Himalaya. Er wurde nur 41 Jahre alt. Seitdem kam kein Ton mehr aus dem Instrument.

„Warum soll sie nur herumliegen?“, fragte sich Hans Schett und entschloss sich, dem Instrument ein neues Leben zu schenken. Er wandte sich an Posch, den er für seine Musik schätzt, und bot ihm die Trompete an. „Zuerst wollte er das Geschenk gar nicht annehmen“, erzählt Schett. Doch schließlich stimmte der Volksmusikant zu, allerdings unter einer Bedingung: Er komponierte eigens für Markus eine Polka im böhmischen Stil, ähnlich der „Amsel-Polka“. Sie trägt den Namen „Markus-Polka“.

Bei der feierlichen Übergabe spielte Posch das Stück erstmals öffentlich, mit genau diesem Instrument. Die Trompete, inzwischen fachmännisch restauriert, erklang wieder – weich und warm, wie Schett sie in Erinnerung hatte. Als Dank erhielt der Vater ein eingerahmtes Bild mit den handgeschriebenen Noten der Komposition. „Es war eine ehrenvolle Sache. Ein würdiger Rahmen für diesen besonderen Moment“, sagt Schett sichtlich bewegt. „Ich glaube, mein Sohn hätte sich gefreut.“