Die warmen Temperaturen in der vergangenen Woche ließen bereits erahnen, dass der Sommer nicht mehr lange auf sich warten lässt. Am Wörthersee sind die Vorbereitungen für den anstehenden Saisonstart bereits voll im Gange. 500.000 Nächtigungen zählt die Tourismushochburg Velden Jahr für Jahr. Bei einem Lokalaugenschein zeigt sich, wie sich der Ort mit seinen 9000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf die kommenden Monate vorbereitet. Das Bild weicht von anderen Gemeinden am See ab, denn in Velden muss man im März nicht erst nach Cafés suchen, deren Gastgärten zum Verweilen in der Frühlingssonne einladen.
Einige Neuzugänge am See
Mehrere Betriebe haben bereits geöffnet, jene die das nicht haben, sind häufig noch mit Umbauarbeiten beschäftigt. Sowohl für Einheimische als auch Touristinnen und Touristen, hat Velden in diesem Jahr einige Neuigkeiten zu bieten. „Mitte Jänner bis Ende März ist es meistens eher ruhig in Velden. Diese Zeit wird genutzt, um sich für die kommende Saison vorzubereiten“, heißt es vom Veldener Tourismuschef Hannes Markowitz. Wenn der Betrieb rund um Ostern wieder so richtig anläuft, werden einige neue Akteurinnen und Akteure in der Gastronomie mitmischen. So wird mit Anfang Mai die „Freindalwirtschaft“ von Christoph Terschan und Marcus Kubinec in Velden nach ihrem Umzug von Villach neu eröffnen. Das Lokal wartet mit gehobener Küche auf, seit längerem wurde nach einem neuen Standort mit mehr Platz gesucht.
Am Corso wird die erste Veldener Filiale der Bäckerei „Martin Auer“ auf einer Fläche von mehr als 100 Quadratmetern eröffnen und das italienische Restaurant „Marco Polo“ hat bereits vor zwei Wochen sein erstes „Soft-Opening“ gefeiert. Veränderungen gibt es auch in einem Traditionsbetrieb. Das Hotel „Hubertushof“ wird mit einer neuen Leitung in die Saison starten: Die gebürtige Gailtalerin Marina Janschitz hat das Hotel als Pächterin übernommen.
Park vor „Wranissimo“
Neben Neuzugängen gestalten bestehende Betriebe um. So befindet sich vor dem Restaurant „Wranissimo“ am Europaplatz gerade noch eine große Baustelle, da der Gastgartenbereich komplett erneuert wird. In wenigen Wochen sollen die Baumaschinen vorm Restaurant aber der grünen Bepflanzung für den „Park“ vor dem Restaurant weichen. Beim Restaurant „Das Leopold“ wird die Terrasse überdacht: „Unseren A-la-Carte-Gästen wird in Zukunft ein zeitgemäßer und wetterfester Rahmen mit bewährtem Gastroangebot geboten“, heißt es von den Betreibern.
In Velden ist dieser Tage Aufbruchstimmung spürbar. Dass die Diskussion über eine mögliche Schließung des Casinos wie ein Damoklesschwert über dem See hängt, ist nicht zu merken. „Es gibt bei uns so viele Menschen, denen der Ort wirklich am Herzen liegt und die im Großen wie im Kleinen laufend mit vollem Einsatz daran arbeiten, den Ort zu einem tollen Erlebnis für alle zu machen“, sagt Lena Engstler, die mit der Renovierung von 22 Zimmern im „Golf- und Seehotel“ Engstler auch noch mitten in den Saisonvorbereitungen steckt. Ebenfalls neu sind die Bänke, die demnächst im Ort aufgestellt werden, sie sollen mit ihrer speziellen Form dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen, so Markowitz.
Mehr als 150 Veranstaltungen
Velden ist ein exklusives Pflaster. Am alten Image als Treffpunkt von „Reich und Schön“ wird bis heute festgehalten. Das zeigt sich auch am Veranstaltungskalender des Ortes. Events wie der „Internationale Cocktail Cup“ oder das „Sportwagenfestival“ ziehen die entsprechende Zielgruppe an. Das „GTI-Treffen“ als Tourismusmagnet mit 30.000 Übernachtungen ist zwar weggefallen, aber in Velden wird den „Motoren“ dennoch weiter gehuldigt. Sei es bei den genannten Festivals für Sportwagen, als offizieller Partner der „European Bike Week“ oder dem „Rolls-Royce & Bentley Meeting“. Sportveranstaltungen wie das „Wörthersee Gravel Race“, die Radveranstaltung „Velovista“ oder der „Frauenlauf“ stehen, vor allem in der Nebensaison, im sportlichen Kontrast dazu. Die motorbezogenen Veranstaltungen sind beliebt und bringen besonders viele Besucherinnen und Besucher nach Velden, das „Sportwagenfestival“ ist sogar die wertschöpfungsreichste Woche des ganzen Jahres. Dieser Fokus bringt in Zeiten des Klimawandels jedoch auch Kritik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auch auf Familien, denn diese würden laut Markowitz die längste Aufenthaltsdauer und die größte Wertschöpfung mitbringen.
Eislaufplatz für den Winter geplant
Obwohl der Fokus aktuell auf der Sommersaison liegt, wird in der Planung auch schon an den nächsten Winter gedacht und dieser soll etwas Besonderes bieten: Nach dem Vorbild von Villach wird am Gemonaplatz ein Lichterbaldachin montiert, unter dem ein Eislaufplatz aufgestellt wird. Der „Bambini Eislaufplatz“ wird von November bis Februar gratis befahrbar sein und soll die Nebensaison beleben. Und auch danach bleibt es spannend in Velden. Erst vor wenigen Tagen traf die Genehmigung für eine neue Mountainbike-Strecke, den „Köstenbergtrail“, ein. Die Umsetzung dieser Attraktion wird allerdings noch dauern.
Ein Blick in die Zukunft
Ein Thema nimmt in der Tourismusregion aber keine Fahrt auf: Die Vorbereitung auf die Koralmbahn, die ab Dezember fahren soll. Hier werden fehlende Anschlüsse in Velden kritisiert, daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Ebenso offen bleiben Planungen zum neuen Standort der International School Velden (ISC), die am aktuellen Standort aus allen Nähten platzt.