Heuer steht das 75-Jahr-Jubiläum an: Am 14. Juli 1950 öffnete das Casino Velden als fünftes Casino in Österreich erstmals seine Türen. 1989 wurde der Neubau eröffnet. Zwar ist Velden bei weitem nicht so profitabel wie die Casinos in Wien und Bregenz. Auch ist es – mit einer Saison von Mai bis Ende September bzw. Hochsaison im Juli und August und einem wichtigen Dezember – ein klassischer Saisonbetrieb. Und doch hat sich die Spielbank in all den Jahren zu einem der größten Betriebe der Casinos Austria hinaufgespielt – samt Casineum, Hotel, Restaurant, Garage und der Poker-Europameisterschaft. Velden trägt diese größte Pokerveranstaltung in Österreich seit 2015 aus. Der Turnierplan für heuer steht bereits, im Juli ist es wieder so weit.

Jetzt steht Velden – ebenso wie die Spielcasinos in Zell am See, Kitzbühel, Seefeld und Kleinwalsertal - „auf dem Prüfstand“. Wie berichtet hat Erwin van Lambaart, Generaldirektor der Casinos Austria, dies am Wochenende angesichts der Steuerpläne der neuen Bundesregierung wissen lassen. Es wären also fünf der zwölf Standorte.

„Das wäre dramatisch“

Casinos- und Lotterien-Sprecher Patrick Minar differenziert: „Wir haben zuletzt ein Konzernergebnis von 180 Millionen Euro eingespielt.“ Mit insgesamt gut 724 Millionen Euro an Steuern und Abgaben sei die Unternehmensgruppe einer der größten Steuerzahler des Landes. „Im Regierungsprogramm ist von einer Erhöhung der Glücksspielsteuer von mehr als zehn Prozent die Rede, was rund 75 Millionen Euro ausmachen würde. Das wäre – falls das so kommt – dramatisch. Und hätte natürlich Konsequenzen.“

Sichtbarkeit, Wertschöpfung, Leitbetrieb

Für Velden wäre das desaströs. „Das Casino ist mit seinen internationalen Gästen hochrelevant für den Sommertourismus rund um den Wörthersee, der eben dadurch eine ganz andere Sichtbarkeit bekommt. Der Ganzjahresbetrieb ist prägend für Velden, ein Herzstück, ein Leitbetrieb, um den auch eine bedeutende Wertschöpfungskette gelegt ist: Handwerker, Dienstleistungen, Lieferanten. Nicht zuletzt fließt die Spielbankenabgabe an die Gemeinde“, sagt Hannes Markowitz, Geschäftsführer der Veldener Tourismusgemeinschaft. Markowitz war selbst mehr als zehn Jahre beim Glücksspielkonzern beschäftigt. „Viele tausende Übernachtungen in der Region, vermutlich zehn bis 15 Prozent der Gesamtübernachtungen“ stehen mit dem Casino unmittelbar in Zusammenhang, so Markowitz, „ganz zu schweigen von den angebundenen Kongressen und Veranstaltungen“. „Velden wäre nicht Velden ohne das Casino.“

Siebenstellige Investition

Ist Velden defizitär? „Ganz im Gegenteil“, sagt Minar. 2024 verzeichnete Velden 203.000 Besuche, 51 Prozent aus Kärnten, 27 Prozent aus Rest-Österreich, 22 Prozent aus dem Ausland. 108 Mitarbeiter sind beschäftigt, weitere 80 in der Casino-Gastronomie und im Hotel. „Und ich möchte klarstellen, dass es nicht unser Plan und auch nicht unser Wunsch ist, das Casino zu schließen. Wir zeigen bloß auf, was die angedachten Steuerpläne für Konsequenzen hätten.“

Das Jahr ist in Velden jedenfalls durchgeplant, durchgebucht. Aktuell wird siebenstellig investiert. „Für heuer und nächstes Jahr sind 1,8 Millionen Euro für eine neue Klima- bzw. Lüftungsanlage einkalkuliert“, sagt Casino Velden-Direktorin Marion Roseneder. Jetzt im März ist Low Season, Nebensaison, weswegen Roseneder die Promotion-Aktion „Glücks-Monat März“ ausgerufen hat. Möge sich auch das Blatt für das ganze Haus wieder zum Guten wenden.