Die Vorfreude nach zweijähriger Corona-Pause ist groß, am 24. September wird der 659. St. Veiter Wiesenmarkt traditioneller Weise mit einem großen Umzug eröffnet. Rund 1700 Teilnehmer werden dazu erwartet. Die Stadt hat im Vorfeld erklärt, heuer den Fokus verstärkt auf das Thema Brauchtum zu legen. Die neue Ausrichtung sorgt jetzt aber für heftige Kritik der FPÖ.

"Ohren nicht getraut"

In den letzten Tagen hätten den St. Veiter FPÖ-Stadtparteiobmann Robert Eichwalder viele Mitteilungen von Brauchtumsvereinen erreicht, welche heuer den Umzug beim St. Veiter Wiesenmarkt nicht mitgestalten dürfen, da ihnen "die Teilnahme von der Stadt St. Veit untersagt" wurde. „Als mir diese Umstände zur Kenntnis gebracht wurden, konnte ich im ersten Moment meinen Ohren nicht trauen. Vereine, die den St. Veiter Wiesenmarkt seit Jahren begleiten, haben eine Absage für den heurigen Umzug erhalten. Offizielle Begründung der Stadt war, dass man keine reine Leistungsschau wolle“, erklärt Eichwalder.

FPÖ-Stadtparteiobmann Robert Eichwalder
© KK

„Da SPÖ-Stadträtin Radaelli hier viele Leute vor den Kopf gestoßen hat, die Brauchtum und Tradition hochhalten wollen, bin ich der Sache natürlich weiter nachgegangen“, so Eichwalder. “Ausgeladene Teilnehmer haben mir in diesem Zusammenhang auch mitgeteilt, dass sie die Absage zwar zur Kenntnis nehmen, jedoch aufgrund ihrer Verbundenheit zum Wiesenmarkt dem offiziellen Umzug mit ihren eigenen Wägen folgen werden.“ Für Eichwalder zeigt sich in diesem Zusammenhang "einmal mehr, dass die Übernahme des Wiesenmarktreferats durch die SPÖ nur zum Nachteil des St. Veiter Brauchtumsjuwels ist".

„Am Montag haben mich erste Mitteilungen erreicht, dass vorab ausgeladene Vereine nun doch eine Teilnahmebewilligung für den Umzug erhalten haben. SPÖ-Stadträtin Radaelli hat politisches Ungemach befürchtet“, gibt Eichwalder zu bedenken. Das Einlenken der Wiesenmarktreferentin sieht Eichwalder als "vernunftbegabte Handlung".

Marktreferentin Silvia Radaelli (SPÖ)
© Stadt St. Veit

Vizebürgermeisterin und Marktreferentin Silvia Radaelli zeigt sich von den Angriffen überrascht. "Niemand aus der FPÖ hat ein Gespräch zu diesem Thema mit mir geführt. Und wir haben keinen einzigem Brauchtumsverein eine Absage für den Wiesn-Umzug erteilt. Abgesagt haben wir Firmen und den Perchtengruppen." Was stimme, für die "Benzinschlucker", eine Gruppe mit alten Traktoren, habe es zuerst eine Absage gegeben. Nach einer "Neubewertung" gab es allerdings eine Einladung zum Umzug.

Ob sie darüber informiert ist, dass Teilnehmer, denen abgesagt wurde, am Ende des offiziellen Umzugs "inoffiziell" mitmachen würden? "Nein. Und das wäre auch nicht die feine englische Art. Schließlich muss planungstechnisch die Sicherheit an erster Stelle sein. Sollte sich jemand übergangen fühlen, möge er das Gespräch mit mir suchen, das wäre der richtige Weg", sagt Radaelli.