Fünf Punkte, so viel umfasst das Maßnahmenpaket von Charly Jerneischek, dem einzigen Gemeinderat der Grünen in St. Veit. Dieses hat er bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eingebracht. Dabei möchte er sich nicht in Evaluierungen und kosmetische Lösungen verbeißen, sondern nachhaltige Ansätze verfolgen.
„In den vergangenen Jahren gab es eine Vielzahl an Evaluierungsprozessen zur Aufwertung unserer historischen Altstadt: Studentenwettbewerbe namhafter Universitäten, Bürgerbeteiligungsprojekte, beauftragte Fachleute und Berater, Gutachten sowie Diplomarbeiten. Die Kernthemen, die sich dabei herauskristallisiert haben, sind jedoch stets dieselben geblieben“, erklärt Jerneischek. Ein Problem sieht er in der Bespielung des „Erdgeschosses“. Er sieht die Stadt als multifunktionalen Wohnraum, der als Ganzes belebt werden soll.
Haus ist mehr als nur Erdgeschoss
„Es geht nicht um leere Schaufenster, sondern um nicht beleuchtete Fenster.“ Es müsse, so Jerneischek, eine Aufwertung des historischen Bestandes in Bezug auf Wohnraum, Gewerbe und Freiflächen geben. „Die Altstadt muss wieder attraktiv für Investitionen werden.“ Innenstädte würden von einer Durchmischung von Funktionen leben – Bürger, Bauten, Wirtschaft und Wege in einem historisch gewachsenem Geflecht. „Die Gemeinde kann nur Rahmenbedingungen schaffen, sich selbst an diese halten und so zum sicheren Partner bei Projekten werden.“ So pocht Jerneischek nun darauf, dass St. Veit als Gemeinde genau diese Rahmenbedingungen schafft.
Der erste Punkt handelt von Begrünung, Beschattung und Wasserflächen. „Ziel ist ein ganzjährig nutzbares Gestaltungskonzept mit kühlender Wirkung im Sommer und integrativer Nutzung im Winter.“ Eine Anpassung der bestehenden Brunnenanlagen soll einen Mehrwert bringen. Punkt zwei ist die Entsiegelung des Hauptplatzes. „Aufgrund des bestehenden Unterbaus ist eine ausreichende Versickerung von Niederschlagswasser nicht gegeben, was zu erhöhten Wartungs- und Reparaturkosten führt.“ Zudem ist die Pflasterung für Rollstuhlfahrer suboptimal. Daher ist die Verbesserung der Barrierefreiheit der dritte Punkt.
Punkt vier beinhaltet das Verkehrskonzept der Innenstadt. „Der Hauptplatz soll weiterhin als Fußgängerzone ein Ort der Begegnung bleiben“, ist der hauptberufliche Architekt überzeugt. Der Vorrang der Fußgänger soll klar hervorgehoben und gefährliche Verkehrssituationen vermieden werden. Und der letzte Punkt auf Jerneischeks Liste beinhaltet die Weiterentwicklung des Verkehrskonzeptes, aufbauend auf jenem aus dem Jahr 1988 sowie den Evaluierungen aus dem Jahr 2019.
„Was wir brauchen, sind keine kosmetischen Lösungen und laufende Evaluierungen. Wir brauchen einen konkreten Plan und an den sollen wir uns halten.“ Jerneischek hofft mit seinen fünf Maßnahmen einen Ball ins Rollen zu bringen. „Man braucht ein Grundgerüst an Handlungsrahmen und den Input für ein solches möchte ich hiermit geben.“