7,9 Prozent weniger vorgemerkte Arbeitslose als im Vorjahresvergleich und eine eher geringe Arbeitslosenquote von 6 Prozent – Osttirol steht auf dem Arbeitsmarkt weiterhin solide da und stemmt sich gegen landes- und bundesweite Trends. So waren im abgelaufenen Dezember 278 Frauen und 611 Männer beim Arbeitsmarktservice (AMS) Lienz gemeldet. Vor allem der Rückgang bei den 25- bis unter 50-Jährigen mit minus 10,5 Prozent sowie bei den über 50-Jährigen mit minus 8,1 Prozent ist erfreulich. Bei den „Jungen“ stieg die Arbeitslosigkeit an, jedoch nur um 3,9 Prozent (fünf vorgemerkte Personen mehr). 379 offene Stellen listete man beim AMS Lienz im letzten Monat des vergangenen Jahres, davon 311 sofort verfügbare. Auf 44 offene Lehrstellen kamen wiederum 21 Lehrstellensuchende.
3,9 Prozent mehr Arbeitslose im Land
Im Land Tirol sieht es nicht ganz so rosig aus. Hier stieg der Bestand der vorgemerkten Arbeitslosen im Vorjahresmonatsvergleich um 3,9 Prozent leicht an. Besonders der Bezirk Reutte steht mit 14,6 Prozent Zuwachs in den „roten Zahlen“, wohingegen Landeck einen Rückgang von 12,8 Prozent vermelden kann. Dort ist jedoch die Arbeitslosenquote mit 10,3 Prozent (Stand November 2025) die höchste in Tirol. Österreichweit erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls, jedoch nur um 2,9 Prozent.
Für das komplette Jahr 2025 ist laut AMS Tirol die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen um 7,1 Prozent auf 17.168 gestiegen. Die (aktuell noch geschätzte) Arbeitslosenquote lag mit im Schnitt 4,5 Prozent über dem Niveau der vergangenen drei Jahre, bleibt im Vergleich mit früheren Jahren jedoch niedrig. Auf einem Rekordhoch ist dabei die unselbständige Beschäftigung mit über 360.000 Anstellungen. „Die Beschäftigung ist auf einem historischen Höchststand – das verdeutlicht auch die Stärke unserer Wirtschaft. Die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt blieb jedoch angespannt“, sagt Sabine Platzer-Werlberger von der Landesgeschäftsführung AMS Tirol. „In vielen Betrieben fehlen Fachkräfte, während die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere im Handel und in der Industrie, deutlich zugenommen hat.“
„Verhalten positiver“ Ausblick
Der Ausblick auf 2026 fällt für den Tiroler Arbeitsmarkt daher nur „verhalten positiv“ aus. Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote dürften zunächst noch leicht ansteigen. Gleichzeitig werde die unselbstständige Beschäftigung aufgrund der steigenden Erwerbsbeteiligung von älteren Personen und Frauen sowie einer anhaltend starken Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland weiter anwachsen. Für Tirol seien die Aussichten dabei etwas positiver als für Gesamtösterreich. „Die aktuellen Wirtschaftsprognosen sehen bereits etwas Licht am Ende des Tunnels. Am Arbeitsmarkt wird dieser Aufwärtstrend aber wahrscheinlich erst zeitverzögert spürbar sein“, erklärt Platzer-Werlberger. „Strukturwandel und Fachkräftebedarf werden uns weiterhin intensiv beschäftigen.“