Für viele ist es das Highlight des an Höhepunkten nicht gerade armen Straßentheater- und Zirkusfestivals Olala, das bereits zum 34. Mal die Stadt Lienz verzauberte: die Parade am Samstagmittag. Auch heuer zogen die am Olala beteiligten Straßenkünstler, Bands und Walking Acts von der oberen Altstadt bis zum Hauptplatz. Mal schrill, mal lässig, mal laut, mal bedächtig – gesäumt von Tausenden, die sich dieses einmalige Spektakel trotz einer kleinen Verspätung durch den Regen am Vormittag nicht entgehen ließen.

Was sie zu sehen bekamen, spiegelte die ungemeine Vielfalt und vor allem Lebenslust des Festivals wider: Da stolzierten farbenprächtige Papageien auf Stelzen durch die Rosengasse, gefolgt von den skurrilen Köchen der „Ricoart“ oder von Flamingos – glänzend in Rosa, mit einem Hauch von Exzentrik und der Grazie eines Balletttänzers. Zwischendurch gaben immer wieder Musikbands wie das wilde „Orchestre International du Vetex“ aus Belgien den Takt vor.

Partytime in Lienz während der Mittagsparade
Partytime in Lienz während der Mittagsparade © André Schmidt

Wenn ein Drache durch Lienz spaziert

Auch vor und nach der Parade wurde Lienz am Samstag wieder zu einer Bühne der Magie, etwa als sich „Josephine, der Drache“ mit viel Rauch und begleitet von lebendiger Musik durch die Stadt schob. War sie einst im Mittelalter ein feuerspeiender, Prinzessinnen entführender Drache, lud die nun fröhliche Josephine furchtlose Kinder zur Mitfahrt an Drachen-Bord ein – abschließende Rutsche hinab aus Fußgängerzonenpflaster inklusive. Ebenso freudig stürzten sich die Kids auf die ungewöhnlichen, inspirierenden Flipperautomaten der „Holoqué Company“ aus Spanien: Hologramme flirrten und kuriose Helme mit VR-Brillen weckten die Szenerie zum Leben.

Wer sich auf Josephine traute, durfte ihr anschließend buchstäblich den Buckel runterrutschen
Wer sich auf Josephine traute, durfte ihr anschließend buchstäblich den Buckel runterrutschen © Kathrin Janzen

Der Regen sorgte für Verschiebungen

Dass viele der für Samstagmorgen geplanten Shows in der City auf den Nachmittag – als sich endlich blaue Flecken im Olala-Himmel zeigten – verschoben werden mussten, tat der brodelnden Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil, Acts wie der Stangentanz von „Manoamano“ oder die kuriose Flughafennummer von „Cie Deracinemoa“ wurden frenetisch bejubelt. Es ist nun mal nur einmal im Jahr Olala-Zeit in der Sonnenstadt.