Ein solches Inferno, wie es sich vor den Einsatzkräften am ersten Tag des Großbrandes des Abfallwirtschaftszentrums Rossbacher ausbreitete, hatten auch die dienstältesten Feuerwehrleute in ihrem Leben noch nicht gesehen. „Ich glaube, in ganz Tirol hat es so etwas noch nicht gegeben“, sagt Einsatzleiter Christian Brugger. Der 42-Jährige aus Nußdorf-Debant ist seit 2023 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Am Samstag, dem 29. Juni, wurden die Kameraden wegen Brandrauchentwicklung im Abfallwirtschaftszentrum alarmiert. Zweieinhalb Stunden später ereignete sich eine massive Explosion, deren Ursache Gegenstand der Ermittlungen ist. Drei Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt. Die Osttiroler Feuerwehren mussten sich aus dem Gelände vollständig zurückziehen, um ihre eigenen Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Zwei Katastrophenzüge aus Nordtirol sowie Kollegen aus Kärnten eilten zur Unterstützung an den Brandort. In der ersten Nacht schlugen die Flammen Dutzende Meter hoch in den Himmel, die Brandbekämpfer mussten sich auf den Einsatz von weitreichenden Wasserwerfern und Löschrobotern zum Schutz der Umgebung und zum Schutz des nahen Umspannwerkes beschränken. Mehr als 500 Frauen und Männer standen unter Bruggers Kommando.
Den Einsatz geleitet
Inmitten des Jahrhundertfeuers hat er die Ruhe bewahrt
Porträt.
Christian Brugger (42) leitete den Einsatz beim Großbrand des Abfallwirtschaftszentrums in Nußdorf-Debant. Sechs Stunden Schlaf in den vergangenen vier Tagen mussten reichen.
© Christoph Blassnig