Nach über einem Jahr des Ausnahmezustands kehrt Stabilität in die Bezirkshauptmannschaft (BH) Lienz zurück: Die Dienststellen-Personalvertretung (DPV) wurde erfolgreich neu gewählt. Die fünf Personalvertreter Hannes Konrad, Anita Ploner, Michael Riepler, Isabel Rainer und Manfred Lanzinger sowie ebenso viele Ersatzmitglieder werden künftig die Interessen der rund 100 Mitarbeiter der Behörde vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei bemerkenswerten 84 Prozent – ein klares Signal für neues Vertrauen und gelebte Mitbestimmung.
Damalige Personalvertretung trat geschlossen zurück
Die Neuwahl markiert einen Wendepunkt nach einer langen Krise, die die BH Lienz über Monate erschüttert hatte. Ende Jänner 2024 trat die damalige Personalvertretung geschlossen zurück, offiziell wegen Überlastung – inoffiziell jedoch vor dem Hintergrund massiver Spannungen mit der damaligen Behördenleitung unter Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Eine erste Neuwahl scheiterte im April 2024 mangels Kandidaten. Erst jetzt, ein Jahr später, ist es gelungen, wieder eine lokale Interessenvertretung zu etablieren.
Mit der Abberufung der damaligen Bezirkshauptfrau Olga Reisner durch die Tiroler Landesregierung im April 2024 wurde ein Schlussstrich unter eine Führung gezogen, die laut zahlreichen Mitarbeitern von Mobbing, psychischer Belastung und autoritärem Führungsstil geprägt war. Landeshauptmann Anton Mattle sprach damals von einem „massiven Vertrauensverlust“ und betonte, dieser Schritt sei „außergewöhnlich, aber notwendig“ gewesen. Seit Juni 2024 steht mit Bettina Heinricher eine erfahrene Verwaltungsjuristin an der Spitze der BH. Heinricher, die bereits interimistisch das Steuer übernommen hatte, wurde nach einem offenen Verfahren offiziell zur Bezirkshauptfrau bestellt. „Ich sehe in diesem Wahlergebnis ein starkes Zeichen des Vertrauens. Die neue Personalvertretung kennt die Herausforderungen vor Ort und kann dadurch zielgerichtet vermitteln. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit der neuen Dienststellen-Personalvertretung auf Augenhöhe“, sagt Heinricher.
Vertrauensvotum für neue Vertretung
In den nächsten Wochen wählt die DPV ihren Obmann bzw. ihre Obfrau und die Stellvertretung. Landesamtsdirektor Herbert Forster und ZPV-Obfrau-Stellvertreterin Sabine Penz sprachen von einem „Vertrauensvotum“ und einem „wichtigen Schritt zur Normalisierung“. Die DPV ist ein gesetzlich verankertes Organ der Mitbestimmung innerhalb der Landesverwaltung: Sie vertritt die Interessen der Bediensteten gegenüber der Dienststellenleitung etwa bei arbeitsrechtlichen Anliegen, Personalfragen oder bei der Ausgestaltung von Arbeitsbedingungen.