Wofür brauchen wir Energie? Welches Fortbewegungsmittel wird womit angetrieben? Was können wir im Alltag tun, um Energie einzusparen? Diese und viele weitere Fragen wurden in der Wirtschaftskammer Lienz in altersgerecht gestalteten Kojen des „Kinder-Erlebnis-Raums Energie (KiERa)“ aufgegriffen. Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler aus elf Osttiroler Volks- und Mittelschulen sowie dem Bildungszentrum Kals, was den Erfolg des Projekts der Fachgruppe Energiehandel Tirol auf lebendige Art und Weise zeigte. „Wir bieten ‚KiERa‘ mittlerweile im fünften Jahr an und haben die Kapazitäten aufgrund der hohen Nachfrage weiter erhöht. Pro Bezirk können nun 450 Schülerinnen und Schüler dabei sein, das sind rund 4000 in ganz Tirol“, zeigte sich Hermann Eigentler, stellvertretender Obmann der Fachgruppe, vom Andrang begeistert.
Nach einer Einführung ging es für die Heranwachsenden klassenweise an das Entdecken des „KiERa“ in der Wirtschaftskammer, wobei die liebevoll gestalteten Stationen, die interaktiven Spiele und spannenden Rätsel beim Lernen für Kurzweil sowie den ein oder anderen Lacher sorgten. Eigentler: „Es ist uns ganz wichtig, das Thema Energie aus einer offenen, neutralen Position heraus und ohne Dogmatismus darzustellen und der Jugend näherzubringen. Wir wollen die Kinder in einer spielerischen und einfachen Art und Weise reinschlüpfen lassen, zumal es sich bei Energie um einen abstrakten und komplexen Begriff handelt.“
Generell geht es der Fachgruppe darum, was das Thema heute bedeutet, aber auch, wie es in Zukunft aussehen wird. Eigentler: „Wir wollen die Vielfalt zeigen, die Energie hat. Die Kinder lernen, was sie selber einsparen können, welche erneuerbaren Energien es gibt, aber auch was Fachausdrücke wie CO2 oder Energieeffizienz bedeuten. Dabei betonte der stellvertretende Obmann die Technologieoffenheit der Fachgruppe: „Wir sind als Energiehandel Tirol Teil der notwendigen Energiewende. Wenn wir die hohen Klimaziele erreichen wollen, sind alle Beteiligten nötig. Wir brauchen alle Energieformen, wir dürfen niemanden jetzt schon ausschließen.“
Als Schwerpunkt des diesjährigen „KiERa“ wurde daher auch das Thema Tankstellen beleuchtet. So konnten die Schüler in der Tankstellen-Koje neben herkömmlichen Treibstoffen zukunftsträchtige Antriebssysteme wie Strom, HVO, Biodiesel, E-Fuels und Wasserstoff entdecken. „Die Tankstelle ist nicht mehr nur ein Ort, an dem wir Benzin tanken. Sie ist ein Zentrum der Begegnung, gerade im ländlichen Raum. Hier kann man sich über die Entwicklungen der Energieversorgung austauschen, sodass Tankstellen zukünftig eine zentrale Drehscheibe für moderne Energielösungen werden“, hofft Eigentler. Eine nachgebaute Waschanlage klärte die Kinder zudem darüber auf, dass das Waschen von Autos im Garten zu Hause schädlich für das Grundwasser ist.
Auch Michaela Hysek-Unterweger, WK-Bezirksobfrau für Osttirol, und Johann Kollreider, Bezirksstellenleiter in Lienz, zeigten sich von der Aktion angetan. „Die Kinder lernen frühzeitig, verantwortungsvoll und nachhaltig mit Energie umzugehen. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern darum, eine positive Einstellung zu Energiethemen zu fördern. Diese Begeisterung können die Kinder mit nach Hause nehmen und so einen langfristigen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten“, sagt Hysek-Unterweger. Kollreider erinnerte sich an seine eigene Kindheit: „Als ich Ende der 1970er-Jahre zur Volksschule ging, war der ‚Saure Regen‘ präsent, und die Umweltschutzthematik kam in die Öffentlichkeit. Daran erinnere ich mich, weil mich das als Kind bewegt hat.“