In der Marktgemeinde Nußdorf-Debant brummt bekanntlich der Wirtschaftsmotor, doch auch in Gemeinden mit hohen Einnahmen aus der Kommunalsteuer wird die Budgeterstellung von Jahr zu Jahr mehr zur Herausforderung. Eine Möglichkeit, die jährlichen Ausgaben nachhaltig zu senken, ortet Bürgermeister Andreas Pfurner in der Senkung der Energiekosten seiner Marktgemeinde.
Der Jahresstromverbrauch in den Gemeindegebäuden für das Jahr 2023 betrug in etwa 262.000 Kilowattstunden. Den höchsten Anteil haben das Gemeindeforum inklusive Kultursaal mit rund 70.000 und das Amtsgebäude mit knapp 40.000 Kilowattstunden. Der Betrieb der Tennishalle macht weitere 20.000 Kilowattstunden aus, das Sportzentrum 14.000. Der Stromverbrauch für die Sauna übertrifft alle anderen Einzelanlagen deutlich und lag im Vorjahr bei 106.000 Kilowattstunden.
Ein Planungsbüro errechnete drei mögliche Ausbaustufen
„Wir haben ein renommiertes Unternehmen mit der Prüfung unserer Möglichkeiten im Bereich der Photovoltaik beauftragt“, erklärt Bürgermeister Andreas Pfurner. Drei Ausbauvarianten inklusive Kosten- und Ertragsrechnungen hat das Büro vorgelegt. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung für die dritte und kleinste Variante entschieden. „Wobei wir natürlich jederzeit erweitern können“, betont Pfurner. Die Maximalleistung der 342 Photovoltaikmodule auf einer Gesamtfläche von 680 Quadratmetern liegt bei 147.000 Watt (147 kWp).
Die kleinste Variante kommt ohne Zwischenspeicherung der Sonnenenergie in einem Akku aus. Der Eigenverbrauch des auf dem Dach erzeugten Stroms soll bei rund 60 Prozent liegen. Dabei fällt vor allem ins Gewicht, dass der Strom zu den Tageszeiten benötigt wird. Den Gesamtverbrauch an Strom und damit auch die jährlichen Ausgaben dafür soll die Anlage um 40 Prozent senken.
Die Kosten könnten zum Großteil durch Förderungen gedeckt sein
Die Gesamtkosten für Planung, Bau und Inbetriebnahme hat das beauftragte Unternehmen mit 232.600 Euro beziffert. 100.000 Euro davon soll eine Förderung aus dem staatlichen kommunalen Investitionsprogramm (KIP) beisteuern, außerdem erhofft sich Nußdorf-Debant eine Bedarfszuweisung in ebenfalls dieser Höhe vom Land Tirol. Ob dieser Wunsch erfüllt wird, soll im Oktober feststehen. Andernfalls wäre die Gemeinde zur Teilfinanzierung über einen Kredit gezwungen. Für die Planung, Ausschreibung, Bauleitung und Förderungsabwicklung verrechnet das Planungsbüro etwas mehr als 14.000 Euro. Der Gemeinderat genehmigte diesen Betrag einstimmig.
Eine Speicherlösung ist möglich, der Gemeinde aber noch zu teuer
„Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil die Centbeträge, die aktuell für die Einspeisung von Überschussstrom bezahlt werden, nicht mehr als ein Trinkgeld ausmachen“, begründet Andreas Pfurner. Eine Speicherlösung würde den Eigenverbrauchsanteil zwar noch einmal deutlich erhöhen, die Ausgaben wären aber auch doppelt so hoch. Pfurner: „Wir warten ab, bis die Preise für Speicher sinken und haben alle Möglichkeiten für eine Erweiterung, um zusätzliche Modulflächen und um Akkus.“