"Ich bin enttäuscht, dass Walter Rosenkranz nicht in die Stichwahl gekommen ist. Alle, die ihn nicht gewählt haben, werden noch aufdenken", sagt eine Stallerin, die gerade ihren Einkauf in einem kleinen Supermarkt erledigt hat. "Van der Bellen ist einfach zu alt und mischt sich zu wenig in die Politik ein", sagt ein ehemaliger Kommunalpolitiker der ÖVP. Nicht viele Leute sind am Tag nach der Bundespräsidentenwahl in jener Gemeinde, in der der freiheitliche Politiker Rosenkranz 49,22 Prozent – das beste Ergebnis in Kärnten – eingefahren hatte, anzutreffen. In absoluten Zahlen konnte er 315 der 655 abgegebenen Stimmen für sich verbuchen. Alexander Van der Bellen erhielt 20,94 Prozent (134 Stimmen). Die Bürger der 1481 Einwohner zählenden Gemeinde reden offen über ihre Wahlmotive, fotografiert oder namentlich genannt werden, möchten sie nicht.
Rosenkranz färbte Mölltal blau
Auch bei der Wahl tickten die Staller anders
Mit 49,22 Prozent fuhr Bundespräsidentschaftskandidat Walter Rosenkranz in Stall das beste Kärnten-Ergebnis ein. Dessen "realitäts- und bürgernahe Politik" sowie "regierungskritische Haltung" überzeugten.
© MARTINA PIRKER