StartschussSpittal bekommt eine Fachschule für Sozialberufe

Dem drohenden Mitarbeitermangel im Pflege- und Gesundheitswesen hält die HLW Spittal eine neue Ausbildung entgegen.

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Projektpartner und Pädagogen bei der Schulvorstellung: Bettina Maier-Barbalonga, Susanne Lissy, Gernot Tischler, Schulärztin Lena Stöckl, Adolf Lackner, Renate Auer, Elke Millonig, Herbert Lobak und Thomas Schell © MARTINA PIRKER
 

„Bis 2030 werden in Österreich rund 100.000 Mitarbeiter in der Altenpflege und im Gesundheitswesen fehlen“, skizzierte Thomas Schell, Geschäftsführer des Sozialhilfeverbandes Spittal, bei der gestrigen Pressekonferenz in der Drautal Perle. Adolf Lackner, Direktor der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW), und sein Team stellten die neue Fachschule für Sozialberufe vor. Sie startet – vorausgesetzt, es melden sich 25 Schüler an – am 12. September in Spittal.

„Es ist neben Klagenfurt und Wolfsberg der dritte Standort in Kärnten“, sagt Lackner, der in Oberkärnten ein großes Potenzial ortet, dass sich junge Menschen in dieser krisensicheren Branche ausbilden lassen möchten. Der dreijährige Schulzweig versteht sich als Vorbereitung für eine anschließende, vertiefende Ausbildung im Pflege- und Gesundheitsbereich.

Breites Berufsfeld

Arbeitsmöglichkeiten ergeben sich etwa in Krankenhäusern, Pflegeheimen, in der Behindertenbetreuung, in Rehabilitationszentren, in der Hauskrankenpflege, in Arztpraxen oder Therapiezentren. „Es ist gut, dass Jugendliche, die diese Schule zwischen 14 und 17 besuchen, Zeit bekommen, in verschiedene Sozialberufe hineinzuschnuppern, um dann Gewissheit zu erlangen, dass dieser Weg der richtige ist“, betonte Elke Millonig, Leiterin der Bildungsregion West. Praktischer Unterricht in Form von Exkursionen und Praktika ist die Basis neben Allgemeinbildung sowie Grundlagen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Soziales.

Fachschule für Sozialberufe

Start. Am 12. September 2022 startet das erste Schuljahr der Fachschule für Sozialberufe (FSB) an der HLW in Spittal. Voraussetzung sind 25 Schüler.
Vorteile. Die Schule versteht sich als Vorbereitung für Sozial- und Pflegeberufe. Soziale Kompetenzen wie etwa Team- und Kommunikationsfähigkeit werden vertieft. Es ist ein Herantasten an Sozial- und Pflegeberufe mit rund zwölf Wochenstunden an praktischer Ausbildung in allen drei Jahrgängen.
Möglichkeiten. Mit dem Abschluss des dritten Schuljahres kann man direkt als Sekretärin, Büro- oder Teamassistentin einsteigen oder eine Lehre mit Anrechnungen beginnen. Der zweite Weg führt in eine vertiefende Ausbildung an einer Schule für Gesundheits- oder Sozialberufe.
Karriere. Noch oben hin sind alle Karrieremöglichkeiten von der Matura bis zum Studium offen.
Infos und Anmeldung. Höhere Lehranstalt für
wirtschaftliche Berufe (HLW), Zernattostraße 2, 9800 Spittal, Telefon 04763 2460, E-Mail: info@hlwspittal.at, www.hlwspittal.at


„Die Türen sind auch für Burschen ganz weit geöffnet“, sagt Susanne Lissy, Direktorin der Schule für Sozialbetreuungsberufe in Waiern. Sie fungiert als Praxispartnerin ebenso wie Andrea Samonigg-Mahrer, Verwaltungsdirektorin des Krankenhauses Spittal. Die HLW konnte zahlreiche andere Partner und externe Fachreferenten gewinnen, die den Schülern einen Blick in die Berufswelt vermitteln werden.

„Stoff ist keinesfalls trocken“

Schulärztin Lena Stöckl wird Lehrtätigkeiten in den Fächern Somatologie und Pathologie übernehmen: „Ich lege Wert auf multimediale Vermittlung des Stoffs. Es wird nicht zu trocken sein“, verspricht die Medizinerin. Das Lehrerteam ist überzeugt vom Zukunftspotenzial der Ausbildung. Renate Auer wird dem ersten Jahrgang als Klassenvorständin zur Seite stehen: „Wir bieten eine Ausbildung mit Herz für alle, die einmal ganz nah am Menschen arbeiten möchten, an.“

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