„Irgendwann muss ich mich ja auch meinen Hobbys widmen“, erklärt Wilfried Pichler mit einem Augenzwinkern, warum er für die Gemeinderatswahl 2027 nicht mehr zur Verfügung steht. Der 82-Jährige ist seit 1992, als Sachsenburg wieder eine eigene Gemeinde wurde, Bürgermeister, der längstdienende Oberkärntens. „In dieser Zeit haben wir geschaut, dass wir viel weiterbringen, abseits der Parteipolitik. Die sollte sich in der Gemeinde im Hintergrund halten“, betont Pichler.
Zukunftsweisend sei etwa ein Baulandmodell in der Größenordnung von 45.000 Quadratmetern gewesen. Ebenso die Sicherung und Erschließung von fünfzig Hektar Industriegrund, wo sich nicht nur die Hasslacher Gruppe ausdehnen, sondern sich noch weitere Unternehmen ansiedeln konnten. „Sachsenburg hat daher bei rund 1300 Einwohnern etwa 1000 Arbeitsplätze“, ist Pichler stolz. „Aufgrund dessen hatten wir auch die finanziellen Möglichkeiten, Dinge zu schaffen. Für einen Bürgermeister ist es sehr wichtig, dass er sich mit Zahlen auskennt. Ich hatte immer den Grundsatz nur so viel Geld auszugeben, wie wir auch eingenommen haben und es sinnvoll zu investieren. Wir hatten in all meinen Jahren nie einen negativen Rechnungsabschluss und immer positive Voranschläge“, erklärt der ehemalige Betriebsprüfer.
In seine Ära fallen etwa die Errichtung des Campingplatzes, der Ausbau von Kinderbetreuungs- und Infrastruktureinrichtungen, wie der Feuerwehrhäuser in Sachsenburg und Obergottesfeld, der Wasserversorgung, des Nahversorgers, des Veranstaltungszentrums samt Sportplatz, der Galerie im Drauknie oder der Festung. Bis Jahresende will Wilfried Pichler noch im Amt bleiben: „Wir wollen noch einige Projekte auf den Weg bringen.“ Dann will der seit jeher begeisterte Sportler und Träger des großen Ehrenzeichens des Landes Kärnten die Zeit mit der Familie und auf dem Golfplatz genießen. „Bedanken möchte ich mich beim Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit und bei den Förderstellen des Landes für die Unterstützung bei der Umsetzung unserer Vorhaben“, sagt Pichler.
Michael Maier, Radenthein
Unerwartet kommt für viele der Rückzug von Bürgermeister Michael Maier (50) in Radenthein. Vor wenigen Tagen sei in einer Teamklausur einstimmig die Entscheidung gefallen, dass bei den kommenden Gemeinderatswahlen Vizebürgermeister Armin Egger (37) für die Fraktion ins Rennen gehe. „Ich war nie ein Sesselkleber, sondern immer Gestalter und Entwickler. Nach 24 intensiven Jahren für meine Heimatstadt, davon über zwei Perioden als Bürgermeister, ist jetzt die Zeit für eine Übergabe“, stellt Maier klar. In dieser Zeit habe sich „Radenthein deutlich weiterentwickelt. Die klare Identität als Granatstadt, zukunftsweisende Projekte und ein gewachsener Zusammenhalt in der Bevölkerung sind keine Zufälle – sie sind das Ergebnis konsequenter Arbeit.“
Er wolle sich wieder mehr auf seine touristischen Unternehmen fokussieren, sich aber als Landtagsabgeordneter, ÖVP-Bezirksobmann und Bereichssprecher für die Kärntner Gemeinden weiterhin für Radenthein und Oberkärnten stark machen. Ob Maier die Periode noch zu Ende macht, oder Egger schon früher in Position bringen will, ist noch offen. Mit Armin Egger, der seit elf Jahren in der Stadtpolitik aktiv ist, steht, so Maier, jedenfalls „ein Nachfolger bereit, der bestens vorbereitet ist und über die notwendige Erfahrung für dieses verantwortungsvolle Amt verfügt.“
Manfred Fleißner, Kleblach-Lind
„Ich kandidiere nicht mehr.“ Das ist für Manfred Fleißner (65) in Kleblach-Lind fix. „Ich habe schon vor der letzten Wahl gesagt, dass das meine letzte Periode wird. Ich war dann 18 Jahre lang Bürgermeister.“ Ob er die Periode noch ganz fertig macht, oder etwas früher geht, lässt Fleißner, der sich seit 1985 im Gemeinderat engagiert, noch offen. Umgesetzt wurden in all dieser Zeit viele nachhaltige Projekte, wie die Schaffung der Freizeitanlage samt Campingplatz am Badeteich.
Klaus Rüscher, Malta
Ähnlich verhält es sich bei Klaus Rüscher (60) in Malta, der aber bis 28. Februar 2027 im Amt bleibt. Nach 18 Jahren sei es Zeit aufzuhören: „Im Gemeinderat kündigt sich ein Generationenwechsel an, daher sollte auch ein Junger künftig die Geschicke der Gemeinde leiten.“ Ein längerfristig angelegtes Ortskernentwicklungs-Projekt bringt Rüscher aktuell auf Schiene und betont, dass sich die überparteiliche „Liste für Malta“ sehr bewährt habe und dass die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Gmünd, Rennweg, Krems und Trebesing als kärntenweites Vorzeigeprojekt gesehen werden kann. „Es ist wirklich viel weitergegangen.“
Gerald Preimel, Lurnfeld
Auch bei Gerald Preimel, seit 2013 Bürgermeister der Gemeinde Lurnfeld, ist der Entschluss gefallen, „diese Periode verlässlich fertig zu machen, bei den kommenden Wahlen aber nicht mehr anzutreten. Es kommen junge Leute mit neuen Ideen nach, die das auch gut können“, ist Preimel sicher. Gefordert habe ihn als Bürgermeister etwa der Brand am Plankogel, die Zusammenlegung der Schulen, die aber den Ausbau von Kindergarten und Kita ermöglichte, sowie Hochwasserschutzprojekte. Der 67-Jährige ist seit 34 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv und freut sich ab kommendem Jahr auf mehr Zeit mit der Familie, „darauf auf meine Enkelkinder zu schauen, ein bisschen zu reisen und mein E-Bike auszukosten.“
Stefan Brandstätter, Oberdrauburg
„Ich werde nicht mehr antreten“, lässt auch der langjährige Bürgermeister in Oberdrauburg, Stefan Brandstätter, wissen. Die Periode möchte er noch vollenden. Auf die Frage, welche besonderen Projekte ihm während seiner Zeit als Bürgermeister in Erinnerung geblieben sind, lacht er: „Da gibt es viele.“ Stolz sei er unter anderem auf die Errichtung des Drauforums sowie die Fertigstellung des gesamten Kanalbaus. „Unsere Freizeitanlage ist in einem sehr guten Zustand, wir haben viele Wege gerichtet, die Gemeinde an sich ist sehr sauber und auch den Ortskern konnten wir stärken“, zählt er auf. Zudem sei es gelungen, gemeinsam mit Wohnbaugenossenschaften mehr sozialen Wohnbau zu schaffen.
Johann Windbichler, Lesachtal
Seit dem 3. März nimmt im Lesachtal der bisherige Vizebürgermeister Bernhard Knotz im Bürgermeistersessel Platz. Nach elf erfolgreichen Jahren in der Funktion beschloss Johann Windbichler nicht mehr zu kandidieren. „Worauf soll ich warten? Ich habe einen kompetenten und anerkannten Nachfolger“, sagte Windbichler Ende Februar gegenüber der Kleinen Zeitung. Mit dem freiwilligen Rückzug ein Jahr vor der Gemeinderatswahl soll ein geordneter Übergang ermöglicht werden. Herausfordernd sei unter anderem das Unwetter „Sturmtief Vaia“ im Jahr 2018 gewesen, das enorme Schäden in der Gemeinde hinterließ. Gleichzeitig konnten aber auch viele Projekte umgesetzt werden, wie beispielsweise die Sicherung der ärztlichen Versorgung, der kostenlose Kindergartenbus, der Ausbau des Kindergartens mit täglich bis zu 100 frisch zubereiteten Mahlzeiten auch für die Ganztagesbetreuung der Schüler und die Ansiedlung eines Spar-Marktes in St. Lorenzen.