Die Zwischensaison am Weißensee ist traditionell eine Zeit, in der viele Betriebe durchatmen, Bilanz ziehen und investieren. Während draußen der Frühling langsam Einzug hält, nutzt auch das „Hotel zum Weißensee“ die ruhigeren Wochen für bauliche Weiterentwicklungen. Der Familienbetrieb erweitert sein Erholungsangebot und setzt damit einen weiteren Schritt Richtung Ganzjahresqualität. Ein größerer Yogaraum, ein Fitnessraum, ein ausgebauter Radraum sowie ein vergrößerter Ruhebereich entstehen.

Der Anlass ist klar: Man will den Gästen mehr Möglichkeiten bieten, im Haus zur Ruhe zu kommen – gerade in Zeiten unbeständiger Wetterlagen. „Ein Hotel muss sich laufend weiterentwickeln und auf dem neuesten Stand bleiben“, sagt Laura Koch, die das Vier-Sterne-Haus gemeinsam mit ihrem Mann Franziskus und ihren Eltern führt. In den Nebensaisonen sei man stark vom Wetter abhängig. „Das ist deutlich unbeständiger geworden. Deshalb brauchen wir zusätzliche Angebote im Haus.“

Raum für Achtsamkeit und Bewegung

Herzstück des Umbaus ist ein größerer Yogaraum. „Yoga-Retreats und Achtsamkeitsseminare sind stark im Kommen. Der Weißensee ist für solche Formate prädestiniert“, so Koch weiter. Der neue Raum soll künftig gezielt für solche Veranstaltungen genutzt werden. Ergänzt wird das Angebot durch einen erweiterten Ruheraum als Rückzugsort an Regentagen. Der bestehende Wellnessbereich mit finnischer Sauna, Salzsauna, Infrarotkabine und Massageangeboten bleibt zentraler Bestandteil. „Gerade bei Regenwetter wird unser Wellnessbereich stark genutzt.“

Den „Seelen-Akku“ kann man im Hotel zum Weißensee wieder aufladen
Den „Seelen-Akku“ kann man im Hotel zum Weißensee wieder aufladen © Hotel zum Weißensee

Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Ein neuer Fitnessraum entsteht, zudem wird der bestehende Radraum deutlich vergrößert. Koch: „E-Biken und Mountainbiken sind im Sommer am Weißensee ein Riesenthema. Viele Gäste bringen ihre Räder mit oder leihen sich welche aus. Unser bisheriger Radraum war einfach zu klein.“ Der Ausbau sei eine logische Reaktion auf die steigende Nachfrage. Investiert werden rund 600.000 Euro.

Ein Haus mit Geschichte

Das Hotel verfügt über 80 Betten und wird in fünfter Generation von der Familie Koch geführt. Das Stammhaus stammt aus dem Jahr 1618, die Originalmauern sind erhalten. „Bei jedem Umbau achten wir darauf, dass Charme und Atmosphäre der alten Mauern bewahrt bleiben. Wir reißen nichts einfach weg“, erzählt sie. Moderne Elemente würden integriert – „aber so, dass sie ins Gesamtkonzept passen“. Geführt wird das Haus gemeinsam mit ihren Eltern, die weiterhin die Chefs sind: „Wir sind und bleiben ein Familienbetrieb.“ Sie selbst, ihre Eltern und ihr Mann verantworten jeweils eigene Bereiche. Insgesamt beschäftigt der Betrieb 15 Mitarbeitende.

Vom kleinen Bauernhof entwickelte sich das Haus über Gasthof und Frühstückspension zum Hotel. Nachhaltigkeit und sanfter Tourismus seien hier keine Modeerscheinung, sondern gewachsene Haltung. „Nachhaltigkeit war am Weißensee immer schon selbstverständlich.“ Viele Betriebe seien familiengeführt. „Der Weißensee kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen“, so Koch weiter.

Slow Food, Haubenküche und Akkuladestation

Kulinarisch setzt das Hotel auf Slow Food. Regionale und saisonale Produkte prägen die Küche von Franziskus Koch, der mit zwei Hauben von Gault&Millau ausgezeichnet wurde. „Darauf sind wir sehr stolz.“ Auch externe Gäste können mit Voranmeldung das Abendmenü genießen, Yogagruppen kommen regelmäßig zu Einheiten am See mit anschließendem Brunch. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, Wahlmenüs mit Salatbuffet, Bar und Lounge mit Garten sowie zahlreiche Inklusivleistungen – von Bergbahn und Weißenseeschifffahrt im Sommer bis zu Eisstock- und Rodelverleih im Winter – runden das Angebot ab.

Was das Haus ausmacht? „Wir beschreiben unseren Betrieb als ,Seelen-Akkuladestation‘. Die Gäste kommen gestresst an und fahren entspannt wieder nach Hause. Man kommt an und beginnt aufzutanken“, sagt die Gastgeberin. Während draußen noch betoniert wird, entsteht drinnen mehr Raum für Ruhe und bewusste Auszeiten – oder, wie es im Hotel heißt: für volle Akkus.