In der Kategorie „Junge Talente“ der „Köpfe des Jahres“-Wahl der Kleinen Zeitung stellen sich fünf Kandidatinnen dem Voting. Computertalent, Ski-Ass, Käseproduktion, Klimawandel-Forschung und Gesang – ihre Wirkungsfelder könnten nicht unterschiedlicher sein. Doch eines haben alle außergewöhnlichen Persönlichkeiten gemeinsam: Sie haben sich mit viel Kreativität und Kampfgeist durchgesetzt. Und auch beim Voting wollen sie überzeugen und hoffen auf möglichst viele Stimmen, um ihrem Werdegang ein weiteres Erfolgserlebnis hinzufügen zu können. Wer bekommt Ihre Stimme?
Lorena Plankensteiner
Die 15-Jährige ist Teil des Skiclubs Lienz und gewann im März den Titel als österreichische Schülermeisterin im Slalom. Über alle Altersklassen hinweg war die Dölsacherin die Schnellste. Sie ging als einzige Osttirolerin an den Start und setzte sich gegen 140 Mädchen und Buben aus acht Bundesländern durch.
Die Nachwuchshoffnung besucht das Skigymnasium Saalfelden.
Dorothea Hofer
Die 19-jährige Lienzerin reüssierte mit ihrer Arbeit beim renommierten „Dr. Hans Riegel-Preis“. „Der Klimawandel in Grönland und seine globalen Auswirkungen“, so der Titel von Hofers vorwissenschaftlicher Arbeit (VWA). Vor sieben Jahren war sie selbst vor Ort und machte sich ein Bild vom spärlich besiedelten Land. Ihr Wissensdurst ist jedoch längst nicht gestillt: „Es gilt noch vieles zu erforschen, zu hinterfragen, oder auch einfach zu verstehen.“
Vorerst will sich die junge Forscherin jedoch auf ihr Zahnmedizin-Studium in München konzentrieren.
Marie Strasser
Nach fast einem Jahrhundert ist zum ersten Mal eine Frau als Käserin bei Kärntnermilch tätig: Marie Strasser verwandelt zwischen Edelstahlwannen, dem Duft frischer Milch und den Gängen der Reifekammer Milch in Käse. „Besonders faszinierend finde ich das Abfüllen“, erzählt sie. „Man spürt den Bruch, sieht, wie er sich entwickelt und schließlich hält man ein fertiges Produkt in den Händen. Man spürt die Belohnung für die eigene Arbeit.“ Die ausgebildete Milchtechnologin entdeckte ihre Leidenschaft in der landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof.
Seit September 2022 arbeitet die 20-Jährige bei der Kärntnermilch, absolvierte die Lehre und legt ihre Arbeit heute im Betrieb an bis zu 22 Chargen pro Tag an. „Kraft brauche es, aber es ist machbar — und ich fühle mich nicht benachteiligt“, sagt sie. Strasser ist mehr als eine historische Fußnote: Ein Vorbild für junge Frauen, die handwerkliche Berufe wählen. „Man sollte sich nicht unterkriegen lassen. Es ist ein schöner Beruf — und man sieht jeden Tag, was man mit den eigenen Händen geschaffen hat.“
Elena Walder
Beim „Digi-Check“ bewies Elena Walder (18) ihr außergewöhnliches Können am PC. Die Schülerin aus Außervillgraten holte nicht nur den Landessieg für Tirol, sondern erreichte bundesweit den zweiten Platz. Beim Wettbewerb, der Teil der Digitalisierungsstrategie Österreichs ist, messen sich jährlich die vierten Jahrgänge der 82 Handelsakademien der Republik. Gefragt sind fächerübergreifende Kenntnisse in Wirtschaftsinformatik und Office Management: Betriebssysteme, Netzwerke, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Textverarbeitung und Präsentationen. Insgesamt nahmen 3533 Schülerinnen und Schüler teil.
Die 18-Jährige löste 99 Prozent der Aufgaben korrekt. Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse erhielt sie in Wien ihre Urkunde und Anerkennung vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: „In Zeiten der Künstlichen Intelligenz sind diese Fähigkeiten, mit dem PC umzugehen, wichtiger denn je. Sie ermöglichen einen viel bewussteren Umgang mit den neuen Technologien.“ Das junge Computertalent ist damit ein Vorbild für alle, die ihr digitales Wissen gezielt einsetzen wollen.
Erina Sophie
Der Durchbruch gelang Erina Sophie Posch (20) aus dem Maltatal mit einem Cover des Hits „Hoamatgfühl“ von der Band „Die Seer“. Seitdem hat die Nachwuchssängerin ihren Weg in der Musikbranche konsequent ausgebaut. Im November 2024 erschien ihr erster eigener Song „Weihnachtszeit“, der einen Top-Rang in den iTunes-Schlagercharts erreichte und Radio Kärnten auf sie aufmerksam machte. Anfang Mai 2025 folgte ihr zweites Lied „Sondaausgob“, inspiriert von Oma Gretel Posch.
Trotz der Erfolge bleibt Erina Sophie realistisch: „Ich arbeite noch immer in Vollzeit, aber mein großer Traum ist es trotzdem, von der Musik leben zu können. Das wird ein schwerer Weg, aber es bleibt mein Ziel.“ Ihren Start in die Musik verdankt sie auch dem Mut, spontan auf die Bühne zu gehen und dem Zuspruch ihrer Familie. Ihr drittes Lied „Hier und Jetzt“ folgte bereits und war ebenso ein Erfolg.