Macht ist St. Daniel im Gailtal nicht fremd, schließlich ging von diesem geschichtsträchtigen Ort die Christianisierung des Gailtales aus. Macht gab es damals, es gibt sie heute, sie ist allgegenwärtig. Jeder hat diese Macht, nicht jeder weiß es und nur wenige können mit ihr umgehen. Diesem Thema widmet sich vom 3. bis 6. Juli das Kulturfestival Südalpenraum mit der „Bühne der Macht©“. St. Daniel, Gemeinde Dellach/Gail, wird in diesen vier Tagen zum Spiel- und Drehort für Theater, Film und Philosophie.

Dieses Festival, Sieger des 3. Open Calls „Jugend und Kultur“ der Kärntner Kulturstiftung beleuchtet an vier Tagen wie persönliche und gesellschaftliche Machtstrukturen in den verschiedensten Formen wirken. „Macht existiert im Privaten und im Öffentlichen zugleich“, sagt Cornelia Rainer, die künstlerische Leiterin: „Wenn Jugendliche schon erkennen, dass sie selbst Macht ausüben können, gewinnt ihr Leben an Eigenverantwortung.“ Daher gelte es die Perspektiven der Jugend zu stärken, Generationen und Kulturen zu verbinden und Kunst greifbar zu machen.

Philosophische Vorträge

Auch bei der Inszenierung von Ödön von Horváths „Glaube, Liebe, Hoffnung“, unter Mitarbeit von Lukas Kristl, und einigen Kurzfilmen arbeiten im Vorfeld professionelle Theater- und Filmemacher auch von Wiener Bühnen eng mit über 30 Jugendlichen aus Kärnten und Osttirol zusammen. „Hier sind Jugendliche keine Zuschauer, sondern aktiv Gestaltende – sie hinterfragen, reflektieren und präsentieren ihre Perspektiven“, erklärt der strategische Festivalleiter Matthias Mamedof, der Kindheit und Jugend in St. Daniel verbracht hat. Ebenso am Programm stehen breit gestreute philosophische Vorträge. Interessant sind die gar nicht alltäglichen Aufführungsorte dieses St. Danieler Festivals. Gespielt wird im Theaterzelt, bei der Alten Mühle und am Teich des Biohotels „derDaberer“. Sogar das ehemalige St. Danieler Bahnhofshäuschen an der stillgelegten Gailtalbahn wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt und zur Bühne.