„Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität“, argumentierte Katastrophenschutzreferent und Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) bei der Regierungssitzung am Dienstag beim Tagesordnungspunkt „Hochwasserschutz-Maßnahmen in Oberkärnten“. Zum einen ging es um die Verbauungsmaßnahmen in der Gemeinde St. Stefan/Gail zum Schutz der Ortschaften Bach und Sussawitsch, zum anderen um ein Projekt in der Stadtgemeinde Radenthein beim Kaningerbach. „In der Vergangenheit gab es in beiden Bereichen erhebliche Gefährdungssituationen durch Unwetter und Hochwasser“, berichtete Fellner.

Das Projekt für den Lippschitzbach und den Sussawitscherbach wurde aufgrund eines extremen Hochwassers notwendig. Besonders in den Ortschaften Sussawitsch und Bach kam es zu Überflutungen von Wohngebäuden. Die vom Land geplanten Maßnahmen umfassen den Ausbau der Gerinne- und Durchflussquerschnitte, Stabilisierungsmaßnahmen der Bachläufe sowie eine gezielte Wildholzbewirtschaftung. Die Bauarbeiten sind bis 2027 geplant und belaufen sich auf 1,76 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund mit 62 Prozent, das Land Kärnten mit 24,5 Prozent durch die Abteilungen Wasserwirtschaft und Landesstraßenverwaltung, den Schutzwasserverband Karnische Region mit 8,5 Prozent und die ÖBB Infrastruktur AG mit 5 Prozent. Der Landesmittelanteil beläuft sich auf 431.200 Euro.

Landesrat Ing. Daniel Fellner Landesregierung Kärnten
Für Landesrat Daniel Fellner hat der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität © Helmuth Weichselbraun

1,9 Millionen Euro für Kaningerbach

Das Detailprojekt zum Hochwasserschutz am Kaningerbach in Radenthein basiert auf dem „Projekt Kaningerbach 2023“ und wurde aufgrund der schweren Hochwasserereignisse in den Jahren 2020 und 2022 notwendig. Durch massive Erosion, die Mobilisierung großer Geschiebemassen sowie Wildholz bestehe laut Fellner Gefahr für den Siedlungsraum, die Gewerbegebiete, die Infrastruktur und die Bewohner der Stadtgemeinde Radenthein. Die Schutzmaßnahmen umfassen neben der Schaffung neuer Abflussprofile in stark veränderten Gerinneabschnitten, den Bau von Filter- und Geschiebebindemaßnahmen, die Stabilisierung der Gerinnesohle durch Sohlgurte und Grundschwellen sowie eine gezielte Bewirtschaftung des Wildholzes.

Die Umsetzung des Projekts ist bis 2026 geplant und beläuft sich auf 1,9 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund mit 62 Prozent, das Land Kärnten mit insgesamt 25 Prozent durch die Abteilungen Wasserwirtschaft und Landesstraßenverwaltung sowie den Schutzwasserverband Millstätter See mit 13 Prozent. Der Landesmittelanteil beläuft sich auf 475.000 Euro.