Seit Jahren beschäftigt sich der St. Pauler Marco Staubmann mit den Luftkämpfen, die während des Zweiten Weltkrieges über Österreich und speziell über dem Bezirk Wolfsberg ausgetragen wurden. Der Hobbyhistoriker berichtet von bisher acht bekannt gewordenen Abstürzen in Wolfsberg, Frantschach, Lavamünd, St. Paul und Preitenegg. Besonders der 2. April 1944 war für die Alliierten nach Staubmanns Recherchen ein äußerst verlustreicher Tag. An diesem Palmsonntag gingen allein auf der Koralpe vier B24-Bomber und eine Maschine in St. Paul verloren. Aus dem Bericht der deutschen Luftwaffe geht hervor, dass an besagtem Tag über Deutschlandsberg zwischen amerikanischen Bombern und deutschen Jägern ein Luftkampf tobte. Dabei wurde ein US-Bomber in Brand geschossen. Die Maschine stürzte beim Bärofen ab. Ein weiterer amerikanischer Bomber stürzte getroffen in Aichberg ab und wurde von einer beim Aufprall detonierenden Bombe zerfetzt. Der Pilot versuchte sich per Fallschirm zu retten, dieser öffnete sich aber nicht und der Mann stürzte in den Tod. Die übrigen Besatzungsmitglieder verbrannten. Zeitgleich wurden zwei deutsche Jagdflugzeuge abgeschossen, die beide abstürzten. Auch die zwei deutschen Piloten finden den Tod. Die 25 abgeworfenen Sprengbomben zu je 250 Kilogramm richten vor allem Wald- und Flurschäden an. Agnes Seebacher, damals Schülerin an der Landwirtschaftlichen Fachschule Buchhof, notiert an diesem 2. April 1944 in ihr Tagebuch: „Um 10 Uhr war Fliegeralarm. Es war diesmal ganz furchtbar, so viele feindliche Flieger. Wir waren im Keller. Eine Schülerin zählte über 200 Flieger. Zwei fremde Flieger stürzten ab, einer Richtung Frassgraben und einer Saualmhütte. Wir hörten das Gedröhne im Keller.“
Zeitzeugen berichten
Als der Luftkrieg über dem Lavanttal tobte
Ab 1943 und ab 1944 dann in seiner ganzen Härte tobt der Zweite Weltkrieg auch über dem Lavanttal. Die Bedrohung aus der Luft wird für die Menschen zum Kriegsalltag. Bei Tage sind es die amerikanischen, bei Nacht die britischen Bomberverbände, die den Alpenkamm entlang angreifen.
© Quelle: Karner/Beer 1992