„Es war selbstverständlich für uns, dass wir geholfen haben“, erzählen Herbert Hauser (56) und Friedrich Dohr (71) aus St. Margarethen. Die beiden Lavanttaler erhielten kürzlich im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung das Kärntner Ehrenkreuz für Lebensrettung.
„Wir sind angehalten, das ganze Jahr unseren Dank sichtbar zu machen, Menschen eine Bühne zu geben, die mehr leisten, als von ihnen erwartet wird, die selbstlos agieren, die sich mutig gefährlichen Situationen stellen und die damit Leben retten“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ).
Die beiden Lavanttaler haben ein Mädchen, regungslos nach einem Quad-Unfall aus einem Bach gerettet, umgehend mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen und die Rettungskette in Gang gesetzt. Sie konnten dem Notarztteam damals ein Kind übergeben, für dessen Überleben sie durch ihr beherztes Eingreifen gesorgt haben.
„Es war alles wie im Film“
Alles ereignete sich am 19. Oktober gegen 16.30 Uhr Herbert Hauser und Friedrich Dohr holten gerade Brennholz im Arlingraben. „Ich sah beim Vorbeifahren aus dem Augenwinkel, ein Quad im Bach liegen und mein Schwiegervater blieb dann sofort stehen“, so Hauser. Ein kleines Mädchen kam ihnen entgegen, das zum Bach zeigte und sagte: „Cousine, Cousine“. Hauser, der als Maschinist bei Hermes Schleifmittel arbeitet, sah dann ein zweites Mädchen, das neben dem Quad unter Wasser lag. „Um zum Mädchen zu kommen musste ich eine drei bis vier Meter hohe Böschung überwinden. Es ist alles abgelaufen wie im Film“, so Hauser und weiter: „Ich habe bei ihr keinen Puls gespürt und sofort mit der Herzdruckmassage begonnen.“ Nach einigen Wiederholungen begann das Mädchen zu husten und spuckte das Wasser aus. „Es war ein erleichterndes Gefühl“, so Hauser. Zusammen mit seinem Schwiegervater trug er dann das Mädchen die Böschung hinauf, brachte es in die stabile Seitenlage und rief die Rettung. Das Mädchen wurde auf der Unfallstelle medizinisch erstversorgt und anschließend mit dem Rettungshubschrauber C11 ins LKH Klagenfurt geflogen. „Wir sind glücklich, dass es den Mädchen mittlerweile wieder gut geht“, erzählen die beiden Lebensretter und weiter: „Die Familien haben sich bei uns schon öfter bedankt.“ Trotzdem sei Hauser danach einiges durch den Kopf gegangen. „Man denkt darüber nach ob man alles richtig gemacht hat oder einzelne Schritte anders machen hätte sollen“, so der Vater einer 19-jährigen Tochter, der ein psychologisches Gespräch mit der Krisenintervention angeboten bekam. „Das hat sehr geholfen, das Erlebte zu verarbeiten“, so Hauser.