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Klaus Littmann im Interview„Das Bild des Walds im Klagenfurter Stadion wird um die Welt gehen“

Klaus Littmann will dass im Klagenfurter Stadion in einem Jahr ein Wald steht. Zur Finanzierung hat er namhafte Investoren – und die Bäume werden bereits gehegt und gepflegt.

Das Peintner Bild ist Vorlage für das Littmann-Projekt
© Peintner
 

Wagen wir den Blick in die Zukunft: Wie wird das Klagenfurter Stadion in einem Jahr aussehen?
Klaus Littmann: So wie es die Bildidee von Max Peintner „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ vorgibt. Die Bilder des Walds im Stadion werden um die Welt gehen.

Sie sind also überzeugt, dass Sie das Wald-Projekt entgegen aller Zweifel umsetzen können?
Die Bedenken sind logisch und legitim, aber ich bin sicher, dass wir das umsetzen können. Ich habe das Bild von Peintner Ende der 1980er Jahre erstmals gesehen, bin mit einem Freund, der ihn kannte, in sein Atelier und wollte es kaufen. Aber es war da längst verkauft, das Bild stammt ja aus 1970 und ist Teil einer Sammlung in Amerika. Aber damals schon sagte ich zu ihm: Eines Tages werde ich diese Zeichnung real werden lassen. Er klopfte auf meine Schulter und sagte dann: Machen Sie das, junger Mann.

Künstler Klaus Littmann
Foto © Pacheiner

Wie kamen Sie dann auf Klagenfurt?
Ich organisierte vor einigen Jahren einen Skulpturenpark in Basel, ein junger Amerikaner, der zuvor für die Lendhauer etwas gemacht hat, war auch dabei und erzählte eines Abends aus Klagenfurt und zeige ein paar Bilder. Da sah ich das Stadion erstmals. Er meinte gleich: Das steht zwar leer, ist aber ein Politikum. Das mit dem Politikum blendete ich aus, denn ich suchte seit 30 Jahren nach einem Stadion, das groß und noch nicht zu 100 Prozent ausgelastet ist. Überall, wo ein Verein in der Bundesliga oder Champions League spielt, hat man ja keine Chance, es für ein paar Monate zu bekommen. Hier sah ich dann aber die Möglichkeit. Vier Jahre lang bin ich dann immer wieder nach Klagenfurt gepilgert, damit ich das Stadion bekomme – und nun präsentieren wir die Idee auf einer Radshow. Gerade waren wir in Villach, ab morgen sind wir in Graz.
Viele Menschen kritisieren Sie als Steuergeldverschwender.
Das ist und bleibt eine Behauptung, die nicht zutrifft. Alles, worum ich gebeten habe und was man mir zugesagt hat, ist das Stadion zwei Monate lang kosten- und gebührenfrei nutzen zu können.

Das "For Forest" Projekt

In dieser Woche wurde das „For Forest“-Projekt in Villach ausgestellt, ab morgen ist es in Graz zu sehen.
Der Wald im Stadion selbst wird am 8. September 2019 eröffnet. Die Schau läuft dann bis zum 31. Oktober 2019 täglich von 10 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt.


Kritiker fürchten, dass das Stadion durch das Projekt Schaden erleiden könnte?
Wir gehen respektvoll mit dem Stadion um. Wir haben von Experten Berechnungen erstellen lassen, wie wir die Lasten ideal verteilen können und eine entsprechende Unterkonstruktion bauen lassen. Daran, dass die Rasenheizung oder sonst ein Teil des Stadions keinen Schaden nimmt, habe ich selbst größtes Interesse – sonst müsste ich ja die Kosten für eine Reparatur übernehmen.

Wie weit sind Sie beim Aufbringen der kolportierten Kosten von 1,5 Millionen Euro?
Weit. Wir werden einen Teil über Patenschaften für die 200 Bäume einnehmen, einen Teil über Sachleistungen von Unternehmen und einen Teil über Sponsorengeldern von Stiftungen und Privatpersonen, Sammler und Kunstinteressierte etwa. Eintritt werden wir keinen verlangen, das habe ich noch nie bei einem Kunstprojekt im öffentlichen Raum gemacht. Wir sprechen ja die Allgemeinheit an und nicht nur Kunstinteressierte. Wie mein Professor Joseph Beuys schon sagte: Das ganze ist eine soziale Skulptur.  Und wenn Sie fragen: Was hat Klagenfurt, Kärnten Österreich davon? Ein ikonisches Bild, das um die Welt geht! Zeitgleich läuft auch die Biennale, die Menschen werden da gerne die Reise via Klagenfurt machen um diese Szene zu sehen, denn das Bild an sich fasziniert.

Kommentare (10)

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GordonKelz
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KÄRNTEN ....

...besteht zu 60 % aus Wald ....und da soll jemand in eine Beton - Stahlkonstruktion wandern um ein paar Bäume zu sehen ???
Wüßte für Geldgeber dieser Aktion viele gescheitere Möglichkeiten .
Außerdem kostet es doch auch unser Steuergeld ,denn die Kosten für Personal und Infrastruktur des Stadions müssen ja weiter bezahlt werden !
Gordon Kelz

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fersler
1
5
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der

Künstler hat den Zuschlag wahrscheinlich wegen des sich in der Nähe befindlichen Affenberges (Landskron) bekommen. Die Eröffnung kann so mit den Affen artgerecht gestaltet werden. Die anwesenden Politiker müssen ja nicht unbedingt auch hinaufkraxeln.

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vilmaheinrich
3
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Ich hoffe

die Installation kommt zu stande. Die Aufregung darüber erinnert mich an die Empörung 1956, der damals noch vom Blut&Bodendunst des 3.Reiches umnebelten Einwohner der Stadt K. anlässlich der Enthüllung Giselbert Hokes Fresken im Hauptbahnhof. Der Nebel scheint noch nicht verschwunden und kk - klein kariert- sind manche Bewohner in K.

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paulrandig
3
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Es wäre schon reizvoll,...

... die klassischen "Stadionspiele" hier im Wald zu veranstalten.
Man stelle sich vor: Läufer, die man immer wieder auftauchen sieht, und dann die Spannung, wie sich das Feld verändert hat, als sie nicht sichtbar waren.
Man stelle sich ein Fußballspiel vor, in dem immer wieder der Ball und einige Spieler in Sicht kommen, verschwinden, und nur die Strafräume frei sind, aber alles per Kameras aus dem Wald übertragen wird.
Ich fände es sehr lustig, das einfach einmal auszuprobieren. Einfach, weil's möglich wäre. Dadurch stürzt ja die Welt nicht ein, aber in unserer pingeligen Regeln-Folgen-Gesellschaft fände ich solche kleinen Aktionen augenzwinkernder Unkonventionalität durchaus erfrischend.

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gintonicmiteis
3
9
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"Des Kaisers neue Kleider"...

Wie so oft findet man auch hier wieder Parallelen von Klagenfurt zur Märchenwelt... dass die Geschichten der Schildbürger anscheinend hier inspiriert wurden, war ja längst bekannt.
Nun ist es eben die Geschichte von dem (angeblichen) Künstler, der in die Kleinstadt am Wörthersee kommt und auf grenzenlos naive Politiker trifft, denen er das Blaue vom Himmel erzählt. Von Selbstverliebtheit geblendet öffnet die Bürgermeisterin die Tore zu einem der älteren Schildbürgerstreichgeschichten - dem Stadion - und glaubt, sich damit wieder ein Denkmal zu setzen (die Stadtkasse hat sie mangels Inhalt ja zum Glück nicht öffnen können...). Und wie bei der Geschichte vom Kaiser's neuen Kleidern wird es auch hier ein Kindermund sein, der die Wahrheit lachend aussprechen wird (bzw. werden das Presse und Kabarettisten lachend übernehmen).

Märchenwelt Klagenfurt...

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joe1406
2
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Stadion ist doch keine künstlerische Herausforderung!

Am neuen Platz die Bäume pflanzen und rundherum die Straßen sperren für zwei Monate - das wäre ein Statement für die Natur! Da traut sich aber keiner drüber - nicht mal die Löwin!

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wjs13
3
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„Das Bild des Walds im Klagenfurter Stadion wird um die Welt gehen“

und ob des Unsinns Klagenfurt zur weltweiten Lachnummer machen.

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wjs13
3
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Noch was

sagt viel über uns, dass er sein wunderbares Kunstprojekt in der Schweiz nicht realisieren konnte.

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gonde
2
15
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So ein Blödsinn!

Das kommt davon, wenn jeder der die Courage hat, sich Künstler nennt und die Fördertöpfe der Nation sperrangel weit offen stehen.

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bianca50
3
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So ein Blödsinn

... Und wenn die lieben Politiker sofort für so ein sinnloses Projekt zu haben sind. Haben wir keine anderen Probleme?

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