Nach Rede von Josef WinklerFPÖ fordert Entschuldigung bei Familie Haider

FPÖ-Parteichef Darmann will rechtliche Schritte prüfen lassen. Bürgermeisterin Mathiaschitz (SPÖ) steht zu Entscheidung für Winkler als Festredner. Winkler: „Die FPÖ ist ein wehleidiger, politischer Kindergarten".

Josef Winkler sieht in der FPÖ einen "wehleidigen, politischen Kindergarten"
Josef Winkler sieht in der FPÖ einen "wehleidigen, politischen Kindergarten" © KLZ/Markus Traussnig
 

Bei der Klagenfurter FPÖ stehen die Zeichen auf Sturm. In der Partei ist die Empörung wegen der Rede des Schriftstellers Josef Winkler beim Festakt zum 500-Jahr-Jubiläum der Stadtschenkung am Dienstag im Landhaus nach wie vor groß. Brüskiert zeigen sich die Freiheitlichen vor allem über die Passage: „... dann sage ich, dass ich eigentlich dafür bin, die Urne des verstorbenen Landeshauptmannes in eine bewachte Gefängniszelle zu verlegen, denn es könnte ja sein, dass er wie ein Phönix aus seiner Asche steigt und wieder sein Unwesen treibt und als blaues Wunder verkauft ...“

Der Ärger richtet sich nur zum Teil gegen Winkler. Die FPÖ macht auch Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) verantwortlich. „Es stellt sich schon die Frage, warum die Bürgermeisterin das zugelassen hat und warum er als Festredner ausgewählt wurde. Keiner von uns hat gedacht, dass wir so vorgeführt werden“, sagt FPÖ-Stadtparteiobmann Wolfgang Germ und will im Gemeinderat am Donnerstag Mathiaschitz darauf ansprechen. FPÖ-Parteichef Gernot Darmann prangert neben der Bürgermeisterin auch Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) an. Er sieht in der Rede eine „kalkulierte Provokation, für die Winkler fürstlich entlohnt worden ist“. Laut Jubiläums-Koordinator Martin Strutz erhielt Winkler 2000 Euro für die Rede und ihre Veröffentlichungsrechte. Darmann fordert eine Entschuldigung der Veranstalter bei der Familie Haider und kündigt an, dass rechtliche Schritte geprüft werden.

500 Jahre Klagenfurt: Festakt

Mit Militärmusik und einem Fahnengruß der Fahnenschwinger wurde der Festakt einbegleitet.

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Das Doppelsextett Kammerchor Klagenfurt Wörthersee umrahmte den Festakt musikalisch.

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Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz konnte auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger begrüßen.

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Philosoph Konrad Paul Liessmann war einer der drei Festredner.

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Schriftsteller Josef Winkler sorgte mit seiner Rede für Aufregung bei den Freiheitlichen.

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Bürgermeisterin Mathiaschitz mit dem Villacher Bürgermeister Günther Albel

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Kinder trugen ihre Wünsche für Klagenfurt vor.

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Historikerin Claudia Fräss-Ehrfeld spannte einen Bogen vom 12. Jahrhundert bis heute.

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Musica claudiforensis begeisterte mit Musik aus dem 16. Jahrhundert.

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Bundesministerin Elisabeth Köstinger überbrachte die Grüße der Bundesregierung.

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Landeshauptmann Peter Kaiser würdigte vor allem die Bedeutung der Universität, die von einem "ungeliebten Kind zur Herzensangelenheit wurde".

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Wiesbadner Oberbürgermeister Sven Gerich

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Trotz Kritik steht Mathiaschitz zu Winkler als Festredner: „Klagenfurt ist Literaturhauptstadt und Josef Winkler ist als Büchner-Preisträger der höchstdotierte in Klagenfurt lebende Schriftsteller.“ Eine moderne weltoffene Stadt müsse auch Kritik zulassen. Die Urnen-Passage habe sie auch nicht angemessen gefunden, aber eine Zensur liege ihr fern. Stadtrat Markus Geiger (ÖVP) sieht die „Wortwahl gegenüber einem Toten“ ebenfalls kritisch. Er sagt: „Die Rede hat nicht zum festlichen Anlass gepasst. Es gibt aber die künstlerische Freiheit und der Angesprochene war kein Heiliger.“

Winkler sagt zur Empörung der Freiheitlichen: „Die FPÖ ist ein wehleidiger, politischer Kindergarten. Sie sollen mich doch wegen Störung der Totenruhe bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft anzeigen.“ Dass sich viele ausgerechnet an dem Urnen-Zitat stören, verstehe er nicht. Es sei ein Versatzstück einer Publikation von 2011.

Kommentare (8)

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georgXV
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???

bei aller USV, und wer sucht nach den unter Umständen vorhandenen Nummernkonten im Ausland ???

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sportkaernten
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Eine Entschuldigung

von der FPÖ und der Familie Haider für die Kärntner Bevölkerung, deren Heimat sie fast in den Ruin geführt haben, wäre aber auch dringend notwendig.

Die Worte Winkler waren reine Provokation.

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tannenbaum
3
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Da

sieht man wieder, welch realitätsfremder Haufen diese FPÖ in Wirklichkeit ist! Oder glauben sie tatsächlich, dass mehr als 30 % der Österreicher dieser Partei auf dem "Leim" geht?

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Martinihof
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Scham

Der Festredner möge sich ob seiner geschmacklosen Worte schämen !

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owowow
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Wie wäre es mit einer Entschuldigung

der Familie Haider beim Land Kärnten und den Kärntner Steuerzahlern?

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cockpit
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Halte auch ich für angebrachter

!

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helmutmayr
12
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Winkler hat,

zugegeben sehr extrem, das gesagt was der Wahrheit entspricht. Haider und seine Buberln haben das Land nachhaltig finananziell ruiniert. Das will nur keiner sehen. Auch wenn das Land formal nicht Pleite gegangen ist, materiell ist es geschehen. Man sieht und spürt es bei jeder Gelegenheit.

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Rudi Mikosch
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Josef Winkler

Die Rede von Winkler wahr sehr wohl überlegt worden , Angesichts der zurückliegenden FPÖ Politiker .
Was haben Die --- Kärnten--- daraus gemacht !

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