Es war eine beeindruckende Leistungsschau von Kärntens Bauern. Ein Zeugnis für die vielen Ideen, die Tatkraft und die Zuversicht der heimischen Landwirtschaft.
Aus insgesamt 24 Einreichungen kürte die Fachjury, bestehend aus Vertretern des Landes Kärnten, der Landwirtschaftskammer (LK) Kärnten, dem Landesverband der bäuerlichen Direktvermarkter, der Universität für Bodenkultur und der Kleinen Zeitung die zehn Finalisten, die sich einem Online-Publikumsvoting stellten. Mit mehr als 12.500 Stimmen war die Beteiligung erfreulich hoch, heißt es von der LK. Bei der Abschlussveranstaltung im Bildungshaus Schloss Krastowitz in Klagenfurt wurde am Freitagabend der Gewinner des Agrarpreises „Vifzack 2026“ gekürt.
Von Wien bis Rom
Über den Hauptpreis (3000 Euro, gestiftet vom Land Kärnten) darf sich Familie Schneeweiß aus Ebenthal für ihre „Kulinarischen Erlebnisse“ freuen. Bei Kathi und Hans Schneeweiß leben vier Generationen am Bauernhof. Das Hauptaugenmerk ihrer Arbeit liegt in der nachhaltigen und tierfreundlichen Haltung ihrer Schweine. Dafür wurde ein Tierwohlstall mit Strohliegefläche, einem überdachten Auslauf ins Freie und großzügigem Platzangebot geschaffen.
Die Qualität zeichnet sich durch die stressfreie Schlachtung am Hof und durch die natürliche, traditionelle Verarbeitung zu diversen Produkten aus. Diese werden über Selbstbedienungsläden und im Catering vertrieben. Großen Wert legen die diesjährigen Vifzack-Gewinner auf die Zusammenarbeit mit vielen regionalen bäuerlichen Partnern und Kleinbetrieben aus Kärnten. Mit ihren Gerichten begeistern sie Kunden von Wien bis nach Rom.
Mit dem „Berg-Ei“ auf Platz zwei
Johannes Rauter, Bergbauer aus Sankt Lorenzen im Lesachtal, konnte den zweiten Platz erringen. Dieser ist mit 2000 Euro, gestiftet von der LK Kärnten, dotiert. Familie Rauter betreibt ihre Landwirtschaft auf 1300 Meter Seehöhe und setzt sich mit Leidenschaft für bedrohte Tierrassen wie Pustertaler Sprinzen, Pinzgauer Rinder und Kärntner Brillenschafe ein. Mithilfe eines innovativen mobilen Geflügelstalls erzeugt und vermarktet Familie Rauter das „Lesachtaler Berg-Ei“, das direkt, aber auch über den Handel und die Gastronomie verkauft wird. Ab April werden zudem in der neuen, hofeigenen Nudelmanufaktur Lesachtaler Bergnudeln hergestellt.
Handarbeit sichert Platz drei
Der 3. Preis beim diesjährigen Vifzack - 1000 Euro, gestiftet vom Landesverband bäuerlicher Direktvermarkter - geht an die Familie Rohrer aus Kleblach-Lind im Drautal. Ihr gelang es, mit ihrer Produktvielfalt, die in Handarbeit erzeugt wird, zu begeistern. Der Banklerhof, ein traditioneller Familienbetrieb, entwickelte sich von einem rinderhaltenden Betrieb zu einem erfolgreichen regionalen Fleischveredler, der mittlerweile vier Mitarbeiter aus der Region beschäftigt. Alle Lebensmittel, die in ihrem Hofladen angeboten werden, werden selbst per Hand nach überlieferten Rezepturen hergestellt. Die Direktvermarktung ist dabei ein wichtiges Standbein. Vom selbstgemachten Bauernbrot über diverse Fleisch- und Wurstwaren bis zu Edelbränden reicht das Angebot.