Dagmar Schmidt ist als ehrenamtliche Hospizbegleiterin und Trauergruppenleiterin bei der Diakonie de La Tour in Klagenfurt tätig. Seit Februar dieses Jahres leitet sie, gemeinsam mit Kollegin Petra Grünwald, die Trauergruppe im Haus Harbach, die jeden ersten Freitag im Monat stattfindet. Therapiehund Buddy unterstützt die Damen. „Trauer ist die Lösung, nicht das Problem“, ist sich Schmidt sicher.
Die Gruppe im Haus Harbach ist, nach telefonischer Voranmeldung, kostenlos zugänglich.Sie bietet Betroffenen einen sicheren und geschützten Raum, um über ihre Verluste zu sprechen. „Man braucht Mut und Kraft, um zu trauern. Wir trösten die Leute hier nicht nur, sondern wir unterstützen sie aktiv beim Trauern, begleiten sie durch diese schwere Zeit.“
Von der Costa Blanca nach Klagenfurt
Bereits in ihrer Kindheit merkte Schmidt, dass sie einen guten Zugang zu älteren Menschen hatte. „Ich habe schon immer gerne mit älteren Leuten gesprochen und mich auch gerne um sie gekümmert.“ Nichtsdestotrotz verschlug es sie beruflich ins Gastgewerbe. Erst arbeitete sie als Hotelsekretärin, danach als Restaurantpächterin an der Costa Blanca in Spanien. Später zog die heutige Hospizbegleiterin wieder zurück nach Österreich.
Vor 15 Jahren absolvierte sie schließlich die Ausbildung zur Hospizbegleitung bei der Caritas Klagenfurt, nach fünf Jahren wechselte sie zur Diakonie – heuer feiert sie dort ihr zehnjähriges Jubiläum.
Praktikum auf der Demenzstation
Zusätzlich absolvierte die Pensionistin noch die Hospizbegleitung für Kinder und Jugendliche: „Es ist wichtig auch Kinder schon mit dem Thema vertraut zu machen - der Tod gehört zum natürlichen Kreislauf einfach mit dazu.“ Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Ausbildung absolvierte die Klagenfurterin auch ein Praktikum auf der Geriatrie, konkret der Demenzstation, im Klinikum Klagenfurt.
Die Arbeit als Hospizbegleiterin war für sie die beste Lebensschule. „In diesen Jahren habe ich so viel über das Leben gelernt – man wird richtig demütig.“
Für Schmidt ist die ehrenamtliche Tätigkeit mittlerweile fixer Bestandteil in ihrem Alltag. „Oftmals geht es nur darum, den Leuten ein offenes Ohr zu schenken“, erzählt die vierfache Großmutter. „Es kann leichter sein, mit einer außenstehenden Person über bestimmte Themen zu sprechen als mit der eigenen Familie.“