Als am 29. Juni das Unwetter die Gemeinden Treffen und Arriach mit voller Wucht trifft, befinden sich auch Valerie Steiner und ihr Lebensgefährte in ihrem Eigenheim. Schnell zwingt sie die Bedrohung, das Haus auf schnellstem Wege zu verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Die beiden leisten auch noch anderen Menschen Hilfe und sind anschließend froh, die Naturgewalten körperlich unversehrt überstanden zu haben. „Die Geschehnisse sind auch heute noch schwer für mich in Worte zu fassen“, sagt Valerie Steiner.

Das Wohnhaus aber wurde schwer beschädigt, ist derzeit unbewohnbar. „Im Erdgeschoß musste alles herausgerissen werden“, schildert die junge Treffenerin die Wucht der Zerstörung. Was einst ein Eigenheim für das Paar war, ist nun zu einer Baustelle geworden, die beiden leben derzeit bei Familienmitgliedern. In einer ersten Schätzung durch die Landesregierung wird der Schaden mit 200.000 Euro angegeben. „Wir haben schon von 300.000 Euro und mehr gehört“, so Valerie Steiner. Ob die Versicherung etwas zahlen wird, ist vollkommen unklar. „Für die Unterstützung durch ,Kärntner in Not‘ sind wir sehr dankbar“, sagt sie.

348.903 Euro für Opfer bereits ausgezahlt

Viele Leserinnen und Leser der Kleinen Zeitung haben die Berichte und Bilder des Unwetters motiviert, persönlich zu helfen. Der Strom der Einzahlungen auf das Konto von „Kärntner in Not“ lässt bisher nicht nach. Seit dem Spendenaufruf am 30. Juni ist der großartige Betrag von 559.595,28 Euro für die Unwetteropfer zweckgewidmet worden. Diese 4036 Einzelspenden verschaffen ganz konkret Linderung der Not.
Denn Mitarbeiter des Landes Kärnten waren vor Ort bei den betroffenen Häusern unterwegs, um Schadensschätzungen vorzunehmen und die Menschen bei der Antragstellung zu unterstützen. Durch die Abteilung 4 der Landesregierung wurden die Anträge anschließend aufbereitet, um eine Weiterleitung an die Hilfsorganisationen zu ermöglichen. So langten 105 Anträge aus Treffen bei „Kärntner in Not“ ein. 348.903 Euro sind bereits direkt an die Katastrophenopfer geflossen.

Spendenbereitschaft über alle Grenzen hinweg

Damit steht „Kärntner in Not“ an vorderster Front den Menschen im Gegendtal zur Seite. Dank der Hilfsbereitschaft wie von jenem Paar, das mit seiner Spende einen Wunsch übermittelte: „Alles Gute ihr armen Menschen, viel Kraft“. Auch viele aus anderen Bundesländern spendeten wie der Schladminger Heimatverein „dDochstoana“. Nicht einmal an den Staatsgrenzen macht die Solidarität mit Treffen und Arriach Halt.
Urlauberinnen und Urlauber aus dem benachbarten Ausland leisteten ihren finanziellen Beitrag. Eine von ihnen ist Ute Buchner von der Schwäbischen Alb in Süddeutschland. Wir konnten mit ihr über Facebook Kontakt aufnehmen.

Seit vielen Jahren zieht es sie mit ihrem Mann nach Kärnten. Der Mittagskogel, Land und Leute haben es dem Ehepaar angetan. „Wir waren vom Ausmaß des Unwetters besorgt und erschrocken und mussten einfach etwas spenden“, sagt Ute Buchner. Auch ein Urlauber aus Winklern deklarierte sich als Spender.