Leere Gebäude sind nicht gerade dafür bekannt, das Stadt- bzw. Dorfbild zu verschönern. Doch in St. Veit setzt man vieles daran, diese Leerstände mit neuem Leben zu befüllen. Nicht alle Gemeinden waren für die Kleine Zeitung erreichbar. Aber viele Bürgermeister, Amtsleiter oder auch die Raiffeisen-Bank und die Diözese konnten einen Überblick geben.
Bereits im September 2025 kam die Hiobsbotschaft, dass in Mittelkärnten insgesamt neun Raiffeisenbank-Filialen schließen werden. Hüttenberg, Guttaring, Kappel am Krappfeld, Launsdorf, Liebenfels, St. Urban, Himmelberg, Deutsch-Griffen und Weitensfeld: Der Kundenbetrieb wurde vollständig eingestellt, nur noch die Bankomaten zeugen von den früheren Bankgeschäften. Und diese sind nach wie vor in Betrieb. „Das wird auch so bleiben“, bestätigt Roland Krall, Geschäftsleiter der Raiffeisen Mittelkärnten. „Wir wollen die Region und die Einheimischen mit Bargeld versorgen. Das ist uns wichtig.“
Bankomaten bleiben, Bankgeschäft ist vorbei
Was mit der weiteren Nutzfläche aber passiert, ist noch nicht überall fix. „In St. Urban hat die Gemeinde das Gebäude gekauft und wird daraus ein Informationsbüro machen.“ In Deutsch-Griffen hat ein örtlicher Unternehmer das Gebäude erstanden und möchte es zu einem Dienstleistungsbüro umfunktionieren.
In Launsdorf wird geschaut, dass die Räumlichkeiten vermietet werden – „als Büro- oder Gewerbefläche“. Es ist unser Ansinnen, dass nichts leer steht“, betont er. Die Polizeidienststelle ist nach wie vor im Gebäude vertreten.
Verkauf, Verpachtung, Ideen der Gemeinden
In der Finalisierung zur Nachnutzung steht man gerade in Hüttenberg. „Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, aber: Wir stehen im engen Austausch mit der Gemeinde und dem Bürgermeister.“ Prinzipiell ist es Krall wichtig: „Wenn es zu einem Verkauf kommen soll, gehen wir auf die Gemeinden zu und fragen nach, ob sie es übernehmen wollen oder vielleicht eine Nutzungsidee haben.“ Ziel ist es allerdings nicht, „überall zu verkaufen. Wir sind auch offen für Vermietung oder Ideenfindung.“
Was Krall noch hervorhebt: „Wir haben in Feldkirchen und St. Veit trotz allem das dichteste Filialnetz aller Regionen.“ In Althofen wird es eine digitale Bankstelle geben: „Somit sind wir auf allen gängigen Kanälen wie E-Mail, Telefonie, Elba (Anm.: zentrales Internet- und Mobile-Banking-Portal der Raiffeisen Bankengruppe) und Mailbox für unsere Kunden erreichbar. Zusätzlich sind wir gerade dabei, einen Chatbot einzurichten.“
Parkplätze fehlen
„Das Thema der Leerstände ist natürlich überall gegenwertig“, sagt Feldkirchens Bürgermeister Martin Treffner. Oft sei sie dem Generationswechsel geschuldet, es gebe niemanden, der nachrücken würde. „Oder es werden größere Betriebe geschlossen, was natürlich gleich auffällt. Die eine oder andere Lücke kann rasch geschlossen werden, es gibt immer wieder Neueröffnungen, aber alles geht eben doch nicht“, meint er und spricht gleich einen Leerstand an, über den immer wieder gesprochen wird und über den auch die Kleine Zeitung in regelmäßigen Abständen berichtet: Das ehemalige Modehaus Nimo. „Es wird sich hier aber schon etwas ergeben. Was genau, ist allerdings noch in der Schwebe. 1600 Quadratmeter wegzubekommen, und das ohne richtige Zuliefer- oder Parkmöglichkeiten, ist schwierig. Der neue Eigentümer hat auch bei zehn namhaften Firmen angefragt. Die hätten sehr günstig reinkommen können und im ersten Jahr sogar nur die Betriebskosten bezahlen müssen, aber ohne Parkplatz ist das halt schwer weiterzubringen.“ Unter besagten Firmen waren unter anderem Woolworth und die Zillertaler Trachtenwelt. Nun stünde aber bereits eine Überlegung im Raum, weiß Treffner: „Der Eigentümer überlegt, kleinere Einheiten mit 30 bis 500 Quadratmetern anzubieten. So könnte die Fläche vielleicht leichter belegt werden.“
Einige andere leerstehende Gebäude hätten aus seiner Sicht ein anderes Problem: „Private Eigentümer wollen verkaufen, verlangen aber nach meinem Empfinden einen zu hohen Preis.“ Was in naher Zukunft umgesetzt wird, ist ein „für die Stadt sicher sehr guter Frequenzbringer. Das Gebäude, in dem der Libro war, gehört ja der Sparkasse. Und da wird die Bank selbst was machen, nachdem es jetzt einige Jahr leer stand. Ich darf es noch nicht genau verraten, kann aber schon eines sagen: Da wird sich sicher sehr, sehr positiv entwickeln. Die Pläne sind schon da, die Einreichungen auch. Das wird sich schon in den kommenden Monaten entwickeln.“ Was fix ist: Hinten wird es Wohnungen geben, vorne eine „Geschäftsflache, die die 10. Oktober Straße noch mehr aufwertet“.
In Gnesau wurde das alte Elektrogeschäft Saringer umfunktioniert und wird mittlerweile als von einem Immobilienmakler benutzt. Das Gasthaus Kirchenwirt wird vom Gericht versteigert, wann das der Fall sein wird, ist allerdings noch nicht fixiert. Gerade ist man dabei, ein Schätzgutachten zu erstellen, sobald dieses steht, gibt das Gericht den Termin bekannt. Und das Printschler-Arial, eine ehemalige Fertighaus-Produktion steht schon sehr lange frei, das Haus gehört einer Privatperson aus den Niederlanden. Was damit geschieht, ist nicht klar.
Intention für Neues
Die Tankstelle der Familie Pertl in Ebene Reichenau gibt es bereits seit dem vergangenen Sommer nicht mehr, es sei laut der Gemeinde auch derzeit nicht geplant, dass da etwas nachkommt. Wo allerdings etwas, wenn auch nicht konkret, angedacht ist, ist beim alten Kaffeehaus Nockalmstüberl, das derzeit leer steht. Vonseiten der Gemeinde heißt es, dass immer wieder die Intention für etwas Neues da war. Es müsste auch keine Gastronomie-Stätte sein, das ehemalige Café könnte auch eine andere Verwendung haben.
Die alte Volksschule in Steuerberg steht derzeit noch leer. Diese wird aber schon bald umgebaut und künftig sollen dort die Kita- sowie Kindergartenkinder ein- und ausspazieren. Die Ausschreibungen starten gerade. Mit dem Herbst sollte alles erledigt sein, damit auch gleich der Beginn des neuen Kindergartenjahres in der neuen Bleibe losgehen kann.
Pfarrhöfe stehen zum Verkauf
Bereits im vergangenen Sommer standen auch die Immobilien der Diözese Gurk-Klagenfurt auf dem Prüfstand. In einem Prozess wurde geschaut, welche Gebäude im Besitz der Kirche bleiben sollten und welche verkauft werden könnten. „Vorweg kann ich sagen: Den Verkauf von Kirchen können wir ausschließen“, sagt Burkhard Kronawetter, Leiter des Amtes für Liegenschaften und Recht der Diözese Gurk. „Im Zuge der Kirchenentwicklungsprozesse stehen wir aktuell bei der Frage, welche Räume es in einer Pfarre braucht.“
Glanhofen und Klein St. Veit
Für den Mittelkärntner Raum nennt Kronawetter die Pfarren Glanhofen und Klein St. Veit. „Es gibt unterschiedliche Modelle. Bei diesen Beispielen wurden die Pfarrhöfe verkauft und neue Räume für die Seelsorge gebaut. In anderen Pfarren wird zum Beispiel das Obergeschoss vermietet, das Untergeschoss bleibt für die Pfarre. Das hängt immer von der konkreten Situation vor Ort ab.“
Auf die Frage, ob es Branchen oder Einrichtungen gebe, die als Pächter oder Käufer nicht gewünscht sind, antwortet Kronawetter schmunzelnd: „Es ist mir nicht untergekommen, dass es einen Interessenten gebe, der nicht passen würde. Aber natürlich würden wir bei gewissen Etablissements ablehnen.“ Es werde daher immer geschaut, dass die Personen in irgendeiner Form mit der katholischen Kirche verbunden sind. „In der Regel sind es aber ohnehin Wohnhäuser, die schwer als etwas anderes, auch als Geschäftsfläche zum Beispiel, genutzt werden können.“