Im Jahre 1994 entstand in Tschadam bei Liebenfels ein Betrieb, der in den folgenden Jahren schnell zu einem europaweit tätigen Player aufsteigen sollte: Siegfried und Juliane Taumberger gründeten die Siegfried Taumberger Spenglerei und Dachdeckerei GmbH. Bereits zwei Jahre später siedelte man ob des Erfolges um und bezog in Radelsdorf den heutigen modernen Unternehmensstandort.

Wertvolle Kooperation mit Haslinger Stahlbau

Nachdem man sich in der Anfangszeit auf private Wohnhäuser fokussiert hat, folgte bald der Schwerpunktwechsel. Durch eine Kooperation mit der Haslinger Stahlbau GmbH begann man, sich auf den Bereich Hallenbau zu konzentrieren. „Das begann 1997. Es hat sich so ergeben, weil ein guter Freund bei Haslinger gearbeitet hat. Durch die Zusammenarbeit, die bis heute anhält, haben wir uns neu ausgerichtet“, weiß Mitgründerin Juliane Taumberger.

Von Liebenfels aus operiert das Unternehmen in weiten Teilen Europas
Von Liebenfels aus operiert das Unternehmen in weiten Teilen Europas © KK/Privat

Die Kooperation mit dem renommierten Stahlunternehmen sollte schon bald erste Früchte tragen. 1999 konnte das erste Großprojekt der Firma realisiert werden. „Und zwar ging es um das Wärmekraftwerk Theiß in Niederösterreich mit einer 26.000-Quadratmeter-Fassade“, sagt Taumberger. Die Bauzeit dafür betrug zwölf Monate.

Expansion und europäische Großaufträge

Das Renommee der Spenglerei wuchs in Folge rasant, 2006 gründete man weitere Unternehmenssitze in Großbritannien sowie der Schweiz – und die Aufträge auf europäischer Ebene blieben nicht aus. Unter anderem wirkte man am weltberühmten Teilchenbeschleuniger des CERN nahe Genf mit. Welche Arbeiten man dort genau ausführte, möchte Taumberger allerdings nicht verraten. „Wir mussten damals einen Vertrag unterschreiben, dass nichts darüber an die Öffentlichkeit gelangt. Das ist strikt geheim“, betont sie.

Worüber die Gründerin allerdings etwas erzählen kann, ist ein Referenzprojekt in der deutschen Metropole Hamburg. Die Elbphilharmonie, das pompöse Konzerthaus an den Ufern der Elbe, das während seiner Errichtung rund 870 Millionen Euro kostete, trägt Teile der Taumberger GmbH in sich. 2010 und 2011 wurden diese eingebaut: „Wir haben in den Konzertsälen eine ‚verlorene Schalung‘ montiert. Dafür haben wir Blechteile angebracht, damit der Schall stimmt.“ Der Liebenfelser Betrieb ist demnach dafür verantwortlich, dass die Gäste in der „Elphi“ das bestmögliche musikalische Erlebnis erhalten.

Konzertsaal der Elbphilharmonie
Konzertsaal der Elbphilharmonie © APA / Christian Charisius

Dazu leistete man Arbeiten am Aldi-Zentrallager, dem „Aldi UK National Head Office and Atherstone Distribution Centre“, oder sorgt auch für ein einwandfreies Formel-1-Erlebnis für Fans aus aller Welt. Einmal im Jahr blickt die Sportwelt auf den Red Bull Ring in Spielberg, dessen Haupttribüne unter Mitwirkung der Firma Taumberger errichtet wurde. Insgesamt wurden an mehr als 100 Gewerbe- und Industriehallen in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Slowenien, Tschechien und der Schweiz Tätigkeiten durchgeführt.

Liebenfels als Mittelpunkt

Trotz des internationalen Erfolgs besinnt sich das Unternehmen aber immer noch auf seine Wurzeln, und diese liegen in Liebenfels, wo sich heute noch der Hauptsitz befindet. Rund 25 Mitarbeiter beschäftigt man dabei. „Wenn Leasingpersonal dazukommt, sind es auch hin und wieder 30 bis 40. Auf den Großbaustellen braucht man Personal“, meint Taumberger, die vor allem dankbar dafür ist. „Ohne unsere Mitarbeiter, die teilweise schon viele Jahre bei uns sind, wäre der Erfolg nicht möglich.“

Auch die Nachfolge des Betriebes ist gesichert. So hat Sohn Siegfried Taumberger junior das Geschäft bereits übernommen. Einer erfolgreichen Zukunft steht somit nichts im Wege.

Geschäftsführer Siegfried Taumberger junior, Juliane Taumberger, Siegfried Taumberger senior und Christina Maria Taumberger (von links)
Geschäftsführer Siegfried Taumberger junior, Juliane Taumberger, Siegfried Taumberger senior und Christina Maria Taumberger (von links) © KK/Privat