Die Covid-Krise hat Kärntens italienischer Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien neue Fremdenverkehrsorte beschert. Dafür verantwortlich ist ein gesetzlicher Auftrag aus dem Jahr 2020. Damals wurde das statistische Amt Italiens beauftragt, zu untersuchen, wie viele Touristen in den einzelnen Orten nächtigen.

Die Höhe des touristischen Aufkommens lege fest, wie hoch die Entschädigung für den Ausfall des Tourismus durch die Mobilitätsbeschränkungen ist. Einige Monate war es ja weder möglich, touristisch nach Italien einzureisen, noch sich innerhalb des Landes zu bewegen. Durch die für die Entschädigungszahlungen nötige Datenerhebung gibt es jetzt Gemeinden, die offiziell in den limitierten Kreis der Tourismusgemeinden mit Meerzugang aufgenommen wurden.

Red Bull-Pläne

Die, was die Einwohnerzahl anbelangt, größte Gemeinde ist Monfalcone. Die Stadt hat 28.000 Einwohner und zwei größere Strände, die Marina Julia und die Marina Nova. Die Marina Nova sollte heuer von einer zu Red Bull gehörenden Gesellschaft für mehrere Jahre gepachtet werden. Allerdings läuft ein vom Mitbieter angeregtes Einspruchsverfahren. Der Tod von Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz könnte auf die Strandpläne Einfluss haben. Sie stehen räumlich eng in Verbindung mit dem Schicksal der Marina Hannibal.

Diese hat vor wenigen Monaten eine zu Red Bull gehörende Gesellschaft erworben und ansprechend neu gestaltet. Die Marina Hannibal liegt nur wenige Meter von der Marina Nova entfernt. In der Marina Hannibal residierte im Oktober die erste Siegerin der bedeutenden Triester Segelregatta Barcolana, die Amerikanerin Wendy Schmidt, mit ihrer "Deep Blue". "Im Vorjahr konnte Monfalcone 193.450 Nächtigungen verzeichnen, heuer schätzen wir, dass wir auf 220.000 kommen werden", sagt Monfalcones Bürgermeisterin Anna Maria Cisint.

Neben Monfalcone, das sich nördlich vor Grado in Richtung Triest befindet, dürfen sich auch die Gemeinden Muggia, Latisana, Muzzana und Palazzolo als touristische Meeres-Badeorte bezeichnen. Muggia liegt neben Triest, an der Grenze zu Slowenien. Latisana, Muzzana und Palazzolo befinden sich ober der Lagune von Marano, bei Lignano.

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