Ein großes Familienunternehmen aus Norditalien geriet jetzt wegen eines Diskriminierungs-Prozesses in die Schlagzeilen. Eine Managerin des weltweit tätigen Konzerns mit Hauptsitz in Treviso hatte die Firma geklagt, von der sie 2024 während ihrer Schwangerschaft entlassen worden war.
Wie die italienische Tageszeitung „Il Gazzettino“ berichtet, hatte sich die Frau vor ihrer Entlassung über das Verhalten ihres Vorgesetzten beschwert. Vor Gericht gab sie an, dass dieser im Beisein mehrerer Kollegen zu ihr gesagt habe: „Du verdienst den Posten einer Leitung nicht und auch die Position als Group Sales Manager. Ich bräuchte einen Mann und zwar einen mit Erfahrung.“
Aus Besprechungen ausgeschlossen
Bei einem Meeting habe er vor allen anderen laut zur Managerin gesagt, sie müsse jetzt einen Kaffee für alle kochen gehen. Das müsse sie machen, weil sie eine Frau sei. Schließlich sei sie mehr und mehr aus dem Arbeitsbereich entfernt und sei aus zahlreichen Besprechungen ausgeschlossen worden, ehe sie im Juli 2024 entlassen wurde. Einen Monat zuvor war über die Frau eine Disziplinarmaßnahme verhängt worden, weil sie die Kreditkarte der Firma für Privatspesen in der Höhe von 5600 Euro benutzt hatte. Allerdings sei das in der Firma zu diesem Zeitpunkt üblich gewesen.
Wiedereinstellung und Schadenersatz
Die Richterin gab der klagenden Managerin Recht. Sie erklärte die Entlassung für nichtig und verordnete die Wiederanstellung mit sofortiger Wirkung. Zusätzlich stehen der Frau jetzt noch 6000 Euro Gehalt pro Monat für die Zeit, in der sie als entlassen galt, zu. Darüber hinaus wurden 50.000 Euro aus der im Rahmen der Verhandlung verhängten Strafzahlung plus weitere 1725 Euro für die Anwaltskosten und den erlittenen Stress zugesprochen.