„Zu Vino sag‘ ich nie no“ - diesen Spruch sollte man künftig in einer beliebten italienischen Urlaubsregion nicht wörtlich nehmen. Zumindest, wenn man sich dabei im öffentlichen Raum aufhält. Denn eine bekannte Gemeinde am Gardasee zieht nun die Reißleine in Sachen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. In Limone sul Garda ist das Trinken von Alkohol an öffentlichen Plätzen jenseits von Gastronomiebetrieben zwischen April und November tabu. Wer erwischt wird, dem drohen Strafzahlungen.
Im Zeitraum vom 19. April bis zum 1. November ist der Konsum von offenen alkoholischen Getränken jeglicher Art auf Straßen, Plätzen, Parks, Gärten oder anderen öffentlich zugänglichen Bereichen verboten, berichten italienische Medien. Wer erwischt wird, muss mit einer Verwaltungsstrafe zwischen 25 und 500 Euro rechnen. Das Verbot gilt rund um die Uhr und im gesamten Gemeindegebiet der rund 1100-Einwohner großen beliebten Gardaseegemeinde, die am Westufer des Sees liegt und für ihre malerische Altstadt und die Zitronengärten bekannt ist.
Auch keine Drinks „to-go“ erlaubt
Der Bürgermeister der Gemeinde, Franceschino Risatti, begründet die Maßnahme damit, die öffentliche Ruhe und Ordnung zu wahren. Außerdem soll so vermieden werden, dass leere Flaschen und Dosen liegen bleiben. Dem Handel und der örtlichen Gastronomie ist es damit auch verboten, alkoholische Getränke zum Mitnehmen zu verkaufen. Im Supermarkt dürfen zwischen April und November Alkoholika nur versiegelt oder in dicht verschlossenen Behältern zum Transport für den Konsum zu Hause oder im Hotel verkauft werden. Von dem Verbot ausgenommen sind Veranstaltungen der Gemeinde oder autorisierte Stellen.
Das Verbot wird von der örtlichen Polizei sowie allen anderen Strafverfolgungsbehörden kontrolliert.
Limone sul Garda ist damit eine weitere beliebte Urlaubsdestination, die mit harten Maßnahmen gegen die Auswüchse des Massen- und Spaßtourismus vorgeht. Auch in Jesolo und Lignano ist der Alkoholkonsum im öffentlichen Raum in der Saison verboten. Und in Venedig, Grado und Lignano darf man fernab vom Strand schon längst nicht mehr mit nacktem Oberkörper oder im Bikini herumlaufen. In Triest wird darüber jetzt ebenfalls diskutiert.