Eine Schlechtwetterfront entlud sich am Montag über Teilen Kärntens. 220 Unwettereinsätze von 114 Feuerwehren meldete die Landesalarm- und Warnzentrale bis Dienstagfrüh, 30 Einsätze waren alleine rund um Wolfsberg nötig.

Am Montag war St. Paul im Lavanttal stark von den Regenfällen betroffen. Die Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehren wurden wegen Dachabdeckungen, Murenabgängen und Überschwemmungen bis spät in die Nacht gerufen. Markus Schauer vom Bezirksfeuerwehrkommando Wolfsberg bestätigt: "Bis zu 15 Feuerwehren mit rund 380 Kameraden waren in der Gemeinde St. Paul im Dauereinsatz. Es gab ungefähr 50 Einsatzadressen. Vor allem das Schwarzviertel war massiv betroffen. Glücklicherweise mussten keine Objekte evakuiert werden sowie gab es auch keine Verletzten." Die Granitztal Landesstraße ist im Bereich "Schwarzviertel" heute, Dienstag, von 9 Uhr bis zum Nachmittag erschwert passierbar. 

Die ÖBB mussten Montagabend den Verkehr für mehr als eine Stunde zwischen St. Paul und Bleiburg einstellen und richteten einen Schienenersatzverkehr ein.

Heute um 9 Uhr rückten eingeteilte Feuerwehren aus dem Bezirk Wolfsberg sowie auch von Völkermarkt erneut nach St. Paul aus, um bei den Aufräumarbeiten zu unterstützen. Seitens des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes wurden zusätzliche Tauchpumpen und Trockensauger zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurde auch ein spezieller Saugwagen der Berufsfeuerwehr Klagenfurt angefordert.

Auch Charly´s Seelounge in Döbriach hat es am Montag erwischt.

500.000 Euro Schaden in der Landwirtschaft

Die Österreichische Hagelversicherung (ÖHV) geht davon aus, dass allein in den Bezirken Spittal/Drau und Wolfsberg ein Schaden von rund 500.000 Euro entstanden ist. 1000 Hektar Land wurden zerstört.

Hagelschäden im Bezirk Spittal/Drau
Hagelschäden im Bezirk Spittal/Drau
© KK/ÖHV

Unter anderem die Freiwillige Feuerwehr St. Andrä war im Einsatz:

© Georg Bachhiesl
© Georg Bachhiesl

1600 Haushalt ohne Strom

In Amlach bei Spittal/Drau färbte der Hagel die Wiesen weiß und verursachte in 600 Haushalten Stromausfälle. Um 19.20 Uhr waren laut Kelag-Sprecher Josef Stocker „weitere 50 Haushalte betroffen“. Auch im Raum Kerschdorf (Bezirk Villach) waren kurz vor 20 Uhr mehr als 1000 Haushalte ohne Strom. Es wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, alles wieder in den Griff zu bekommen. In Dellach im Drautal wurde ebenfalls Hochwasser gemeldet: Innerhalb von nur 40 Minuten gab es 17,8 Liter Wasser pro Quadratmeter. In Villach wurden innerhalb einer Stunde 25,6 Liter gemessen, rund um Klagenfurt binnen 30 Minuten 29 Liter.

© Michaela Sagmeister
© Michaela Sagmeister

In Klagenfurt wurden Sturmböen mit bis zu 81 Stundenkilometern gemessen. Das sorgte dafür, dass Bäume auf die Fahrbahn fielen. Auch ein eingestürzter Brunnen musste gesichert werden:

Die UWZ-Blitzkarte zeigt die Wetterzellen in ganz Österreich:

© KK/UWZ