Der heurige Urlaub in Kroatien könnte so unkompliziert wie nie für Kärntner und Steirer werden. Doch hinter einigen Änderungen stehen  noch Fragezeichen und es ist ungewiss, ob man die Vorzüge schon in der heurigen Sommersaison nutzen können wird. So hat das kroatische Parlament am Freitag dem Gesetz zur Einführung des Euro mit großer Mehrheit zugestimmt. 117 Abgeordnete plädierten dafür, 13 dagegen und es gab eine Stimmenthaltung. Damit wird der Euro am 1. Jänner 2023 als Landeswährung Kroatiens eingeführt. Die Zustimmung der Europäischen Zentralbank, eine positive Bewertung der EU-Kommission und die Zustimmung des EU-Rats dazu dürfte noch im Juni kommen und gilt als Formalakt.

Keine Wechselkursverluste

Noch nicht festgesetzt wurde der Umtauschkurs, derzeit entspricht ein Euro etwa 7,52 Kuna. Genau um diesen Wechselkurs und vor allem Wechselkursverluste müssen sich Urlauber mit Einführung des Euro keine Gedanken mehr machen. Schon heuer im Spätsommer beziehungsweise spätestens am 5. September müssen überall in Kroatien Preise in Euro und Kuna ausgeschildert werden. Damit werden Preisvergleiche für Touristen zumindest wesentlich einfacher als bisher.

Schengen-Beitritt

Der nächste große Schritt, der Urlaubern das Leben leichter machen wird, ist der Fall der Grenzkontrollen zwischen Kroatien und Slowenien. Stundenlange Wartezeiten im Urlauberverkehr würden damit der Vergangenheit angehören. Die EU-Minister haben im Dezember des Vorjahres erklärt, dass Kroatien aller Kriterien erfüllt, um Mitglied des Schengenraums zu werden. Der Antrag Kroatiens soll noch im Juni dieses Jahres gestellt werden.

Werden die Grenzkontrollen noch heuer fallen?
Werden die Grenzkontrollen noch heuer fallen?
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Grenzstreit mit Slowenien

Ob es aber tatsächlich zum Ende der Grenzkontrollen noch in diesem Jahr kommen wird, wird auch stark von Slowenien abhängen. Die neu gewählte Regierung in Ljubljana deutet an, seine Zustimmung an Bedingungen knüpfen zu wollen. Denn zwischen Kroatien und Slowenien gibt es jahrelange Grenzstreitigkeiten um die Bucht von Piran. Die Bucht wurde in einem Schiedsspruch 2017 Slowenien zugesprochen, das erkennt Kroatien allerdings nicht an, aus Sicht Zagrebs verläuft die Grenze weiterhin in der Mitte der Bucht.

Blockade aus Ljubljana?

Die designierte slowenische Außenministerin Tanja Fajon sieht die Funktionsfähigkeit des Schengen Abkommens derzeit stark gefährdet. "Ich begrüße den Beitritt Kroatiens zu Schengen, so schnell wie möglich. Ich habe nie etwas anderes verlautbart. Doch realistisch gesehen kann dieser nur mit der Anerkennung des Schiedsspruchs zur Grenzziehung erfolgen", sagte Fajon gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur STA. Für Kroatiens Außenminister Gordan Grlić Radman haben Meinungsverschiedenheiten zweier Länder bezüglich ihrer Binnengrenzen nichts mit dem Eintritt in den Schengenraum zu tun.

Man darf also gespannt sein, ob es schon heuer staufrei nach Kroatien geht oder ob man sich noch bis 2023 im wahrsten Sinn des Wortes in Geduld üben müssen wird. Für EU-Parlamentspräsidentin Roberta Matsola muss Kroatien bis Ende Juni Schengenmitglied werden und jede Blockade dessen wäre beschämend.

Die Brücke steht, aber die Fertigstellung der Zufahrtsstraße verzögert sich.
Die Brücke steht, aber die Fertigstellung der Zufahrtsstraße verzögert sich.
© Kroatisches Verkehrsministerium

Pelješac-Brücke

Gespannt dürfen Urlauber auch sein, ob die Pelješac-Brücke noch in der heurigen Sommersaison die Autofahrt nach Dubrovnik um zwei Stunden verkürzen wird. Sie sollte am 21. Juni eröffnet werden, doch nun verzögern Bauarbeiten an den Zufahrtsstraßen die Freigabe für den Verkehr.