Paletten voller Windeln, Kartons mit Gulaschsuppe in Drei-Kilo-Dosen, Kisten voller Spielzeug und Stofftiere, ein ganzer Berg mit Kleidungsstücken, die meisten davon in Säcken bekannter Supermarkt- oder Möbelhausketten, aus Plastik oder Papier, auch Müllsäcke und gar Koffer sind dabei. Draußen fährt ein Transporter vor, im Laderaum ein Dutzend Matratzen gestapelt. In der Klagenfurter Messehalle 3 werden Sachspenden gesammelt, für die Ukraine, die betroffenen Menschen vor Ort, aber auch für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, die bald eintreffen werden.

Der erste Blick in die Halle lässt das pure Chaos vermuten, aber schnell merkt man, es gibt ein Konzept – Lebensmittel hier, Kleidung dort, Kosmetikartikel nach links, Spielzeug nach rechts. Seit einigen Tagen schon sammelt die Stadt Klagenfurt Sachspenden für die Ukraine, nun hat sie Unterstützung von der Caritas bekommen. "Wir sichten, sortieren, packen alles in Schachteln und beschriften. Wir unterstützen aber auch vor allem mit unserem Know-how", sagt Caritas-Direktor Ernst Sandriesser.

In der Messehalle 3 in Klagenfurt türmen sich die Sachspenden
© Markus Traussnig

Die Menge an Sachspenden zeige die große Hilfsbereitschaft der Kärntnerinnen und Kärntner, sagt Sandriesser, man könne den Helfern aber auch "doppelte Arbeit" ersparen, wenn man ein paar Dinge beachtet. "Geld hilft im Moment und akut am meisten", sagt der Caritas-Direktor, "Sachspenden sind aber natürlich auch sehr wichtig". Hierbei sollte man nur auf ein paar Dinge achten: "Die Menschen vor Ort werden eine Kiste erwischen und wieder wegrennen, in Sicherheit, daher lieber in Kisten als in Sackerl verpacken. Noch dazu, wenn diese leicht reißen könnten", bittet Sandriesser. Zudem sollte nur einwandfreie Ware gespendet werden, im Moment werden vor allem haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente benötigt, der Bedarf könne sich aber jederzeit ändern. Ein Blick auf die Caritas-Seite hilft.

Jede Kiste wird genau beschriftet - auf Deutsch und Ukrainisch
© Markus Traussnig

Plattform eingerichtet

Wer helfen möchte, schaut am besten auf die neu eingerichtete Seite der Caritas "fuereinand.at". "Dort kann man sich ganz einfach registrieren und erhält dann Informationen darüber, was gerade gebraucht wird. Das Wissen von gestern ist uninteressant, der Bedarf ändert sich jeden Tag", sagt der Caritas-Direktor, dem es am Herzen liegt, dass "die Hilfe auch ankommt. Sonst bringt keine Aktion etwas". Sandriesser selbst begibt sich am Freitag auf den Weg nach Polen.

Auch wer mit anpacken will oder sich anderweitig persönlich engagieren möchte, ist auf der Plattform richtig. Sandriesser: "Wir sind einfach nicht mehr nachgekommen, alle Anrufe zu beantworten, daher gibt es jetzt diese Seite."