Politischer AschermittwochKanzler Kurz: "Wir wollen die kommenden drei Wahlen gewinnen"

In Klagenfurt wurde Bundeskanzler Sebastian Kurz beim ersten politischen Aschermittwoch der ÖVP zum Wahlhelfer im Kärntner Landtagswahlkampf.

Sebastian Kurz, Christian Benger und Johanna Mikl-Leitner in der Klagenfurter Messehalle
Sebastian Kurz, Christian Benger und Johanna Mikl-Leitner in der Klagenfurter Messehalle © APA/Gert Eggenberger
 

Warten auf Sebastian Kurz. "Weilst a Wahnsinn bist für mi, steh i auf di" singt die Band auf der Bühne. Der Bundeskanzler wird Mittwochabend zum Funktionärsmagnet beim politischen Aschermittwoch der Jungen Volkspartei und Kärntner ÖVP. In der Messearena in Klagenfurt, wo bis vor kurzem Faschingssitzungen angesagt waren, warteten die Funktionäre aus allen Landesteilen auf den Kanzler und ÖVP-Chef. Draußen stehen Busse. So wie früher bei den großen Parteiveranstaltungen der Kärntner Freiheitlichen. Das Ziel von ÖVP-Spitzenkandidat Christian Benger in dieser Hochphase des Wahlkampfes zur Kärntner Landtagswahl am 4. März war es, über alle Parteigrenzen hinweg die größte Wahlveranstaltung zu liefern. Über 1000 Leute sollten es werden. Und es ist gelungen. Kurz zieht. Gleich wie zuletzt im Nationalratswahlkampf.

Als Begleiter und Wahlhelfer hat Kurz die Kärntner Minister Elisabeth Elli Köstinger und Josef Moser, aber auch Familienministerin Juliane Bogner-Strauß sowie Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit. Von der absoluten Mehrheit, die sie erreichen konnte, können Kärntens Schwarz bzw. Türkise nur träumen. Die Ausgangslage ist eine ganz andere. 14,4 Prozent waren es bei der Landtagswahl 2013, in deren Anschluss man mit der SPÖ und den Grünen die Dreierkoalition bildete.

Als "Einheizer" fungierte Landesparteiobmann Christian Benger. Er ortete eine Aufbruchstimmung, die dazu führen werde, dass die ÖVP nach den Landtagswahlen am Verhandlungstisch sitzen wird, wenn es um die Regierungsbildung geht. Als Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung der ÖVP nannte Benger die Installierung einer Reformkommission mit renommierten Fachleuten. Die müsse in erster Linie dafür sorgen, dass es in Kärnten die richtigen und vor allem genügend Ausbildungsplätze gibt. Des weiteren müsse sie daran arbeiten, im Land die notwendigen Arbeitsplätze zu schaffen, damit die Jugend im Land bleibt und nicht abwandert.

Mit stehenden Ovationen empfangen wurde der Hauptredner des Abends, Bundeskanzler Sebastian Kurz. Heftiger Applaus für seine einleitende Bemerkung, dass er in Kärnten noch nie so viele ÖVPler "auf einem Haufen" gesehen habe wie hier in der  Messehalle. Er verwies auf die Aschermittwoch-Veranstaltungen anderer Parteien, bei denen Bierzeltatmosphäre herrscht und die Konkurrenten verunglimpft werden. Das sei nicht der Stil der neuen ÖVP. Sie werde nicht die anderen schlecht machen, sondern die Wähler mit eigenen Ideen überzeugen. Dass man das könne, habe man in jüngster Vergangenheit auf Bundesebene und in Niederösterreich bewiesen. Das werde in naher Zukunft auch in Tirol, Kärnten und in Salzburg gelingen. "Wir wollen die kommendem drei Landtagswahlen gewinnen." Das letzte Jahr habe gezeigt, was möglich ist, wenn der Wille da ist, so Kurz. Er versprach, als Bundeskanzler gemeinsam mit der Kärntner Landesregierung "daran arbeiten zu wollen, das Land positiv zu entwickeln. Wir werden Kärnten auf die Erfolgsspur bringen."

Die Kärntner Ministerin Elisabeth Köstinger nannte Kärnten "das schönste Land der Welt", in dem die Umwelt und der Klimaschutz eine große Rolle spielen. In der Landwirtschaft müsse man wegkommen vom "immer billiger und immer mehr" und sich auf die regionale Qualität besinnen. Die kleinen nachhaltigen Landwirtschaftsbetriebe seien das "Rückgrat des ganzen Landes". Sie sei, so Köstinger, die erste Tourismusministerin Österreichs. Als solche wolle sie dafür sorgen, dass der Mehrwertsteuersatz auf Nächtigungen wieder von 13 auf 10 Prozent gesenkt werde.

Der Landesobmann der Jungen VP, Julian Geier, hatte als Erster das Ziel vorgegeben, bei der Landtagswahl „Kärnten türkis zu machen“, also „in die Landesregierung zu kommen“. Nach Abschaffung der Proporz- und der erstmaligen Koalitionsregierung wird es nach dem Wahltag 4. März so richtig spannend.

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Danke für Ihr Verständnis.

Irgendeiner
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Hier vermisse ich ein sachbezogenes Posting über die Kausalitäten des

blauen Hypo-Fiaskos, aber zweimal sag ichs nicht.

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ibinanders
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Grabenkämpfe in der Kärntner ÖVP, wie eh und je.....SCHADE

dass ein gewissenloser und machthungriger ÖVP- Bürgermeister seinen EIGENEN Wahlkampf gegen Benger führt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass er nach der ordentlich verlorenen Landtagswahl 2018 Herrn Benger in der ÖVP beerben will.
Hier gehört die gesamte alte ÖVP Mannschaft ausgetauscht, damit eine ÖVP in Kärnten wieder "Bodenhaftung" und "Nähe zum Bürger" bekommt.

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orbil
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Hat die Klagenfurter Zukunftshoffnung Geiger


auch eine Rede gehalten?

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SoundofThunder
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Wer hat Kärnten fast Ruiniert?

Blau/Schwarz! Wer durfte den Karren aus den Dreck ziehen? Rot/Grün/Schwarz. Ob das die Kärntner realisiert haben bezweifle ich.

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orbil
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Ruiniert hat uns die SPÖ


50 Jahre alleine und dann durch die Unterschrift unter die Milliarden-Landeshaftungen.

Am Ende verschenkte sie den Zukunftsfonds und damit die Zukunft.

Da wenden sich die Enkel mit Grauen und flüchten aus dem Elend.

Haben wir Kärntner im restlichen Österreich Flüchtlingsstatus?

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Zeitgenosse
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Frau

Köstinger, Kärnten ist nicht das schönste Land der Welt, vielleicht eines der schönsten Länder der Welt.
Um es diplomatisch auszudrücken und wenn sie wollen dass es so bleibt, reduzieren sie den Dieselverbrauch im Verkehr und in der Landwirtschaft.
Wir müssen alles tun um den Ruf der Umweltverschmutzung loszuwerden, HCB usw hat diesen Ruf in den Keller sinken lassen.
Selbstkritik ist angebracht, Selbstlob hatten wir unter Haider lang genug und was das Resultat nach seiner Herrschaft war, steht in unseren politischen Geschichtsbüchern.

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marieluise
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Zeitgenosse,

sie haben es wieder einmal drauf, Dieselverbrauch reduzieren in der Landwirtschaft. Die Landwirte fahren sicherlich mit ihren Traktoren und Arbeitsmaschinen zum Spaß durch die Gegend, so mal ein kleiner Sonntags Ausflug usw. weil grad lustig ist, gell.
Sie sollten sich mal umhören unter den Bauern, da gibt's einen Spruch.
Der hat von der Landwirtschaft so viel Ahnung, wie die Kuh vom Bergsteigen.

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SoundofThunder
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🤔

Kurz4 soll seine außer Rand und Band geratene Burschenschafter-Regierung zur Räson bringen bevor er sich woanders einmischt. Jeder kehrt vor seiner Tür,Dreck genug gibt’s dafür.

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koko03
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Grossartige Rede ..

der 17jährigen Caroline Pribassnig 👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍

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