Mehrmals mussten im Vorjahr Einsatzkräfte ausrücken, weil Hunde von ihren Besitzern in einem Auto in der Hitze zurückgelassen worden waren. Eine Hundehalterin musste sich am Mittwoch wegen dieses Verhaltens am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Der Pensionistin wird Tierquälerei vorgeworfen, weil sie ihrem Hund unnötige Qualen zugefügt habe.
Ein nur vermeintlich kurzer Prozess
Schon einmal stand die Pensionistin wegen derselben Causa vor Gericht, damals gab es eine Diversion. Nachdem sie ihrer auferlegten gemeinnützigen Leistungen aber nicht nachgekommen ist – laut ihrem Anwalt wegen körperlicher Probleme –, wurde nun erneut verhandelt.
„Auch heute sitzt mein Hund unten im Auto, dort wartet er auf mich. Wie immer, das hält er aus“, erklärte die Angeklagte gleich zu Beginn zur Verwunderung von Richterin Claudia Bandion-Ortner. Immerhin hat es an diesem Vormittag nur Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Anders war dies am 13. Juni 2025: Zwischen 15 und 30 Minuten soll die Pensionistin ihren Pomeranian Zwergspitz bei sommerlichen Temperaturen am Parkplatz der Therme bei Warmbad Villach gelassen haben. 25 bis 27 Grad soll es laut Gutachten gehabt haben, die beiden Polizisten, die als Zeugen geladen waren, sprachen gar von bis zu 29 Grad Außentemperatur.
Hund als Beweismittel vorführen?
„Die Dame hat nichts anderes im Leben als ihren Hund. Sie weiß, dass er im Auto war, sie übernimmt Verantwortung dafür“, erklärte Anwalt Hans Herwig Torisser. Die Angeklagte meinte sogar zu wissen, wie sich ihr Hund gefühlt habe: „Ich weiß, dass mein Hund nicht gelitten hat, das hat er locker verkraftet.“ Außerdem gab die Frau an, im Schatten geparkt zu haben. Dem widersprachen aber alle vier Zeugen zumindest in Teilen – neben den beiden Polizisten auch zwei Thermen-Mitarbeiterinnen. Diese gaben außerdem an, dass die Pensionistin schon vorher mehrmals ihren Hund während ihren zehnminütigen Behandlungen im Auto am Parkplatz zurückgelassen habe. Immerhin bestätigen alle, dass sämtliche Fenster im Auto teils geöffnet waren.
Die Pensionistin, die früher auch als Kinesiologin tätig war, heile mittlerweile Hunde. Ob der Hund hechelte, wollte die Staatsanwältin wissen. „Nein, ich betrachte das als Lächeln, interpretiere es als Grinsen“, erklärte die Angeklagte. Kurz wurde überlegt, den Hund als „Beweismittel“ holen zu lassen. Dazu kam es aber nicht mehr. Die Richterin vertagt den Prozess, die Zurechnungsfähigkeit der Frau soll überprüft werden.
50 Grad nach 20 Minuten
Tierschutzvereine warnen immer wieder vor so einem Vorgehen. Denn das Fahrzeug kann sich bei hohen Temperaturen derart erhitzen, dass der Hund einen Hitzschlag erleidet und durch multiples Organversagen stirbt. Wie rasch die Temperaturen im Wageninneren steigen, zeigte im Vorjahr der Kärntner Influencer Michael Perdacher bei einem Selbstversuch. Er setzte sich – ohne seine beiden Hunde – bei einer Außentemperatur von 26 Grad Celsius ins Fahrzeug und schloss die Türen und Scheiben. Kurz danach musste er sein Handy in den Schatten legen, weil es überhitzt war. Nach nur 20 Minuten war es im Auto bereits 50 Grad heiß und nach 27 Minuten musste Perdacher den Versuch abbrechen, weil er die Hitze nicht mehr aushielt.