„In Österreich besteht eine Überernährung. Ein Viertel der Kinder und Jugendlichen hat Übergewicht und jeder zweite Erwachsene ist übergewichtig.“ Diese alarmierenden Zahlen präsentierte Kärntens Gesundheitsreferentin Landesrätin Beate Prettner (SPÖ) am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz. Um gegenzusteuern, hat die Unterabteilung Gesundheitsförderung gemeinsam mit der Fachhochschule (FH) Kärnten ein Projekt entwickelt, mit dem man gezielt Volksschulkindern und deren Eltern die Bedeutung einer gesundheitsbewussten Ernährung näherbringen will.
„In der ersten Phase werden wir eine Bedarfserhebung durchführen“, erklärt Ernährungswissenschafterin Sonja Fidersek von der Abteilung 5, die das Projekt begleitet. Jene Schulen, die sich für eine Teilnahme anmelden, erhalten Fragebögen, die mithilfe der Fachhochschule Kärnten erstellt und ausgearbeitet wurden.
Laut einer aktuellen Studie wird an den Kärntner (Ganztags)schulen und in Nachmittagsbetreuungen zu viel versteckter Zucker, vor allem in Form von Säften, angeboten. Aus Rückmeldungen der Essenslieferanten weiß man, dass diese Säfte häufig von den Betreuerinnen und Betreuern selbst bestellt werden, da Kinder häufig gar kein Wasser oder keine Milch trinken möchten - meist, da das nicht den Ernährungsgewohnheiten daheim entspricht.
Eltern sollen stark beteiligt werden
Daher arbeitet man einerseits mit der Bildungsdirektion zusammen und man setzt stark auf eine Einbindung der Eltern. „Elternbeteiligung ist ein mächtiges Instrument“, sagte Eva Mir, für Gesundheitsförderung und -prävention an der FH Kärnten, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. Denn aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit wisse sie, welch positive Auswirkungen Mitarbeit, Mitsprache und Mitwirkung aller Beteiligten an Schulen habe und dass sich viele Lehrerinnen und Lehrer eine eigene Ausbildung für Elternbegleitung wünschen. Zudem würden in den seltensten Fällen die Kinder selbst die Entscheidung darüber treffen, welche Lebensmittel gekauft und welche Speisen daheim serviert werden, erklärt Fidersek..
Workshops über Ernährung und Gesundheitsberufe
Anhand der Ergebnisse aus den Befragungen werden dann unterschiedliche Workshops erarbeitet und durchgeführt, etwa über die richtige Zubereitung von gesundem Essen oder das Einkaufen. Ein zweiter wichtiger Faktor, auf den man den Fokus legt, sind die Gesundheitsberufe. So sollen Kinder, aber auch deren Eltern, im Rahmen des Projektes die unterschiedlichen Berufe kennenlernen und erfahren, welchen Wert diese für sie haben. Auch da sollen nach Möglichkeit Eltern, die selbst in einem Gesundheitsberuf tätig sind, aktiv eingebunden werden.
Anmeldung
Anmelden können sich interessierte Volksschulen ab sofort über die Gesunde Gemeinde oder über die Homepage www.gesundeskaernten.at. Im Herbst möchte man an den ersten fünf Pilot-Schulen in die Umsetzung gehen und Workshops durchführen. Das Projekt, das vom Gesundheitsfonds Kärnten finanziert und wissenschaftlich evaluiert wird, sei aber nicht zeitlich begrenzt, sagt Mir: „Es können sich Schulen auch später noch anmelden. Wir hoffen auf eine breite Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen.“