Es war ein stiller Besuch, mit unüberhörbarer Kritik an der österreichischen Regierung. Die slowenische Staatspräsidentin Nataša Pirc Musar, startete am Donnerstag ihren Arbeitsbesuch in Kärnten am Peršmanhof in Bad Eisenkappel.

Anlass der Visite war der Polizeieinsatz am 27. Juni 2025 bei einem antifaschistischen Camp an der wichtigsten Gedenkstätte der Kärntner Slowenen, wo am 24. April 1945 ein SS-Polizeiregiment ein Massaker an zwei kärntnerslowenischen Familien verübte, vier Erwachsene und sieben Kinder, das jüngste acht Monate alt, wurden getötet. „Ein einfühlsamer Besucher, der uns viel bedeutet“, sagte Bernard Sadovnik, Nachfahre der Opfer und seit 2015 Bürgermeister in Globasnitz/Globasnica.

Entschuldigung gefordert

Zufrieden zeigte sich Musar, dass eine Kommission mit ihrem Bericht die Ereignisse schnell aufgearbeitet habe und als unangemessen und rechtswidrig einstufte. „Ich bin aber nicht zufrieden, dass von Seiten des österreichischen Staates seitdem nichts passiert ist. Welche Botschaft will man Slowenien und den Kärntner Slowenen damit senden?“ Die Vorkommnisse hätten einen „bitteren Nachgeschmack“ in der Beziehung beider Länder hinterlassen. Das Mindeste sei eine offizielle Entschuldigung Österreichs und „verpflichtende Fortbildungen für Polizeibeamte über die Geschichte dieses Ortes“, so Musar.

Pressestatement nach dem Besuch des Museums
Pressestatement nach dem Besuch des Museums © KLZ / Marko Petelin

Der Einsatz habe Spuren hinterlassen.Der Schmerz, den sie erfahren haben, sollte die österreichische Regierung antreiben, alle Probleme der Kärntner Slowenen, nicht nur den Vorfall am Peršmanhof, so rasch wie möglich zu lösen. 71 Jahre lang warte man auf die Erfüllung des Staatsvertrages, zweisprachige Gerichtsbarkeit und Schulwesen: „Der Stillstand und das Warten auf die Erfüllung der Verpflichtungen Österreichs hinterlassen den Eindruck, man spielt auf Zeit und damit auf die völlige Assimilation der Minderheit.“

Hassrede im Netz

„Kein Staat ist ‚ethnisch sauber‘, Minderheiten sind das Juwel jeden Staates“, für deren Durchsetzung der Rechte der Staat sorgen müsse, so Musar. Betont wurde auch, dass Hassrede gegenüber Minderheiten in sozialen Medien stark zugenommen habe, hier müsse Österreich rasch und ausreichend reagieren, damit die Welle nicht zum Sturm werde: „Samo lepe besede najdejo lepe kraje“ (“Nur schöne Worte finden schöne Orte“), schloss Musar mit einem slowenischen Sprichwort.

Nach einem Gespräch mit Jugendvertretern am Peršmanhof stand unter anderem ein Treffen mit Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Programm.